Was passiert bei verspäteter Abgabe?

Was passiert bei verspäteter Abgabe?

Welche Möglichkeiten hat der Fiskus?


Der Fiskus hat verschiedene Möglichkeiten, eine verspätete Abgabe oder gar die Nichtabgabe der Steuererklärung zu belangen: Von Verspätungszuschlägen zu Zwangsgeldern bis hin zur Schätzung. Daher trödeln Sie lieber nicht mehr allzu lange und wagen Sie den Schritt zum Briefkasten.

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Wenn Sie es doch nicht mehr rechtzeitig schaffen: Dies können die Konsequenzen für die Verspätung sein:

Verspätungszuschlag

Der Verspätungszuschlag dient dem Finanzamt als Sanktion für eine Pflichtverletzung – der verspäteten Abgabe der Steuererklärung. Wenn Sie bereits die letzten Jahre Ihre Erklärung verspätet abgegeben haben und auch dieses Jahr unpünktlich sind, ist die Festsetzung eines Verspätungszuschlags wahrscheinlich. Bei erstmaliger Verspätung drückt der Bearbeiter meist noch ein Auge zu.

Wenn Sie jedoch keine Schuld an der verspäteten Abgabe haben, muss das Finanzamt von der Festsetzung absehen. Hier können nicht vorhersehbare Umstände wie Krankheit oder Tod ein Entschuldigungsgrund sein. Dies muss jedoch im Einzelfall von der Behörde entschieden werden.

Die Höhe des Verspätungszuschlages liegt im Ermessen des Finanzbeamten. Doch übertreiben darf er es damit nicht: Dieser darf höchstens zehn Prozent der festgesetzten Steuer betragen – und nicht über  25.000 Euro.

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Zwangsgeld

Geben Sie trotz Aufforderung keine Steuererklärung ab, droht die Festsetzung eines Zwangsgeldes. Hierbei kommt es vor allem darauf an, wie Sie in der Vergangenheit Ihre Erklärungspflichten erfüllt haben. Bei erstmaliger Androhung eines Zwangsgeldes wegen Nichtabgabe setzen die Finanzämter meist ein Zwangsgeld zwischen 100 Euro und 500 Euro fest – Maximal kann es bis zu 25.000 Euro betragen.

Bei Androhung muss das Finanzamt eine angemessene Frist bestimmen, in der Sie die Erklärung abzugeben haben. Nach Ablauf dieser Frist wird das Zwangsgeld festgesetzt. Geben Sie darauf hin die Erklärung ab, wird der Vollzug des Zwangsgeldes zwar eingestellt, Verspätungszuschläge zahlen müssen Sie jedoch.

Schätzung

Geben Sie auch nach mehreren Aufforderungen und Zwangsgeldfestsetzungen keine Erklärung ab, schätzt das Finanzamt Ihre Besteuerungsgrundlagen. Im Rahmen der Schätzung werden alle Umstände berücksichtigt, die für die Schätzung von Bedeutung sind. Dies entbindet Sie allerdings nicht von der Verpflichtung, eine Steuererklärung abzugeben!

Wollen Sie sich gegen einen Schätzungsbescheid wehren, müssen Sie innerhalb der Rechtsbehelfsfrist von einem Monat Einspruch einlegen. Tun Sie dies nicht, tritt die Bestandskraft des geschätzten Bescheides ein. Auch eine Korrektur des Steuerbescheides aufgrund neuer Tatsachen ist dann nicht mehr möglich, weil Sie im Zweifel ein grobes Verschulden am nachträglichen Bekanntwerden der Tatsachen trifft. Möglich ist einzig und alleine in wirklich unbilligen Fällen ein Erlass.

Steuerhinterziehung

Nach der Abgabenordnung wird derjenige bestraft, der die Finanzbehörden pflichtwidrig über steuerlich erhebliche Tatsachen in Unkenntnis lässt und dadurch Steuern verkürzt oder für sich oder einen anderen nicht gerechtfertigte Vorteile erlangt.

Auch die Nichtabgabe der Steuererklärung kann unter bestimmten Voraussetzungen als Steuerverkürzung (fahrlässig) oder Steuerhinterziehung (vorsätzlich) zu werten sein und eine Bestrafung nach sich ziehen.

Während eines laufenden Steuerstrafverfahrens sind Sie weiterhin verpflichtet, Steuererklärungen abzugeben -auch wenn Sie hierdurch Tatsachen und Beweismittel offenbaren würden, die im Rahmen des Steuerstrafverfahrens gegen Sie verwertet werden können. Die Abgabe darf aber nicht mehr mit den vorgenannten Zwangsmitteln erzwungen werden.

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