Was sind Stückzinsen?

Was sind Stückzinsen?

…und wie werden sie steuerlich behandelt?


Stückzinsen unterliegen der Steuer. So weit, so gut. Doch um was handelt es sich bei Stückzinsen eigentlich genau? Und wie werden sie auf beiden Seiten – beim Käufer und beim Erbwerber- steuerlich behandelt?

So entstehen Stückzinsen

Beim Kauf von verzinslichen Wertpapieren muss der Käufer dem Verkäufer die aufgelaufenen Zinsen für die Zeit seit dem letzten Zinstermin gesondert vergüten. Diesen Betrag nennt man Stückzinsen.

Dafür bekommt der Käufer zum nächsten Zinstermin die Zinsen für die gesamte Zinsperiode.

Stückzinsen waren bis 2008 und sind auch ab 2009 gesondert zu berechnen. Sie müssen vom Empfänger, d.h. vom Veräußerer der Schuldverschreibung, versteuert werden.

Beim Käufer: Negative Einnahmen

Beim Erwerber des Wertpapiers sind die gezahlten Stückzinsen nicht Anschaffungskosten der Kapitalanlage, sondern negative Einnahmen. Diese werden im Jahr der Zahlung mit positiven Kapitalerträgen verrechnet.

Seit 2009 verbucht die Bank die Stückzinsen im allgemeinen Verlustverrechnungstopf und belässt in dieser Höhe kommende Zinserträge abgeltungsteuerfrei. Falls vorher bereits Kapitalerträge über dem Freistellungsbetrag angefallen sind und folglich Abgeltungsteuer einbehalten worden ist, wird aufgrund der negativen Einnahmen nun Abgeltungsteuer erstattet.

Beim Verkäufer: Einnahmen aus Veräußerung

Beim Verkäufer des Wertpapiers gehören die vereinnahmten Stückzinsen jetzt zusammen mit dem Veräußerungserlös zu den Einnahmen aus Veräußerung und unterliegen der Abgeltungsteuer. Vor 2009 waren sie noch als Zinsertrag steuerpflichtig. Gleichwohl müssen sie gesondert berechnet und dem Käufer in Rechnung gestellt werden.

Achtung

Bei Wertpapieren, die nach 2009 gekauft wurden, sind die vereinnahmten Stückzinsen nun Teil des Veräußerungserlöses. Der Veräußerungsgewinn ist dann steuerpflichtig.

Was aber gilt bei Wertpapieren, die vor 2009 erworben wurden? In diesem Fall bleibt aufgrund der Altregelung zwar der Veräußerungsgewinn nach einer Haltedauer von 12 Monaten steuerfrei, dies aber gilt nicht für die Stückzinsen.

Der Gesetzgeber wollte bei Altanleihen aus Gründen des Vertrauensschutzes die ursprünglich steuerfreien Veräußerungsgewinne auch weiterhin steuerfrei belassen, hingegen waren die Stückzinsen schon immer steuerpflichtig.

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