Wenn der Chef das Fitnessstudio zahlt

Trainiert der Fiskus mit?


Die Förderung der Gesundheit wird in vielen Unternehmen von den Arbeitgebern unterstützt. Bis zu 500 EUR jährlich kann ein Arbeitgeber für seinen Mitarbeiter steuerfrei aufwenden, um dessen Gesundheit zu fördern. Doch Vorsicht: Die Kosten für eine Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio zählen nicht zu den steuerlich begünstigten Maßnahmen.

Dies haben die Richter des Finanzgerichts Bremen entschieden. Der Fall Ein Beratungsunternehmen hatte mit einem Fitnessunternehmen einen Vertrag geschlossen. Dadurch konnten die Mitarbeiter des Unternehmens zu deutlich günstigeren Beiträgen Mitglied im Fitnessstudio sein.

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44-Euro-Freigrenze

Da die Ersparnis bei den Beiträgen gegenüber anderen Mitgliedern des Fitnessstudios monatlich 44 Euro überschreitet, kam ein Lohnsteuerprüfer des Finanzamts auf die Idee, dass die begünstigte Mitgliedschaft als Geldwerter Vorteil der Lohnsteuer zu unterwerfen ist. Monatlich können Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern 44 Euro Sachlohn steuerfrei zuwenden. Wird diese Grenze überschritten, ist ein geldwerter Vorteil zu versteuern. Die Richter gaben dem Lohnsteuerprüfer Recht.

Konkrete Gesundheitsförderung

In diesem Fall handelt es sich auch nicht um steuerfreie konkrete Maßnahmen, um die Gesundheit zu verbessern. Sport dient sicherlich der Gesundheit. Doch die Leistungen des Studios umfassen das Nutzen von Geräten, Besuche von Fitnesskursen und der Sauna, sowie die Racketnutzung (Badminton und Squash).

Somit ist die Einrichtung des Studios nicht darauf ausgerichtet, berufsbedingte Krankheiten zu vermeiden. Vielmehr dient Sie der allgemeinen körperlichen Ertüchtigung und der Regeneration. Bei der Nutzung der Angebote handelt es sich um eine beliebte Freizeitgestaltung und das Eigeninteresse des Arbeitnehmers tritt in den Vordergrund. Dies reicht für eine steuerliche Förderung leider nicht aus.

Wichtig

Informieren Sie sich, ob die von Ihnen gewählte konkrete Maßnahme zu den steuerlich geförderten gehört. Die Kosten für einen zertifizierten Kurs zur Rückenschulung bei einem Computerarbeitsplatz können zum Beispiel die Kriterien für eine steuerfreie Leistung erfüllen. Die Aufwendungen für Ihren Gesundheitskurs sind zudem nur steuerfrei, wenn der Arbeitgeber die Kosten zusätzlich zu Ihrem Arbeitslohn übernimmt. Falls sämtliche Voraussetzungen erfüllt sind, nehmen Sie das Geschenk an und fördern Sie Ihre Gesundheit mit Unterstützung des Fiskus.

Steuerberatung?

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  1. 1
    Ingo

    Also der AG kann 44 Euro pro Monat einem Mitarbeiter zustehen bzw. in diesem Fall an das Fitnessstudio überweisen und dieses wird dann steuerlich anerkannt?

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