Wohnungstausch

Kann die gezahlte Miete die Steuer mindern?


Kreative Ideen werden manchmal belohnt. Das dachte sich auch ein Ehepaar und versuchte, mit einer netten Idee Ihre Steuern zu senken.

Kreative Gestaltungsidee

Eine hübsche Idee hatte ein Ehepaar aus Schleswig-Holstein: Die Eheleute hatten nach dem Auszug ihrer Kinder aus dem Eigenheim beschlossen, das nun zu große Haus zu vermieten. Sie zogen aufs Land und mieteten dort eine kleinere Wohnung an. Die gezahlte Miete für die neue Wohnung machten sie als Werbungskosten (sog. “negative Eigenmiete”) bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung geltend.

Höhere Leistungsfähigkeit?

Den Abzug begründeten die Eheleute damit, dass durch die Vermietung des bisher selbstgenutzten Hauses und die gleichzeitige Anmietung eines Einfamilienhauses die Leistungsfähigkeit i. S. des objektiven Nettoprinzips unverändert geblieben sei. Schließlich würde in Höhe der Mieteinkünfte nunmehr gleichzeitig die gezahlte Miete für die neue Wohnung abfließen. Bei bloßem Ansatz der Mieteinkünfte ohne Abzug der “negativen Eigenmiete” würde so getan, als wäre die Leistungsfähigkeit erhöht, was gerade nicht der Fall sei.

Kein Abzug der Miete

Pech für das Ehepaar: Das Finanzgericht Schleswig-Holstein entschied nun, dass die gezahlte Miete für die selbst genutzte Wohnung nicht als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung des bisherigen Eigenheims absetzbar ist (Urteil des Finanzgerichts Schleswig-Holstein, Aktenzeichen 3 K 148/09, Revision IX R 24/13).

Nach Auffassung der Richter sind private Mietzahlungen bereits nach Maßgabe des subjektiven Nettoprinzips durch die Vorschriften über das steuerliche Existenzminimum (Grundfreibetrag) von der Einkommensteuer freigestellt. Deshalb sei – um eine doppelte Berücksichtigung zu vermeiden – der Werbungskostenabzug nicht möglich. Aufwendungen für das private Wohnen sind nach dem Einkommensteuergesetz steuerlich nicht abzugsfähig. Ausnahme: Fälle der doppelten Haushaltsführung und des beruflich genutzten Arbeitszimmers. Aber ein Versuch war’s wert.

Steuerberatung?

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