Zu versteuerndes Einkommen

Worauf zahlen Sie eigentlich Steuern?


In Ihrer Steuererkl√§rung machen Sie viele verschiedene Angaben. Zu Ihren Einnahmen, Ihren Ausgaben, Versicherungen, Kindern etc. Und am Ende gibt es hoffentlich etwas vom Finanzamt zur√ľck. Wie viel? Das h√§ngt von Ihrem zu versteuernden Einkommen ab. Aber wie wird das berechnet? Lesen Sie hier.

Irrungen und Wirrungen im Labyrinth der Steuer-Sprache

Einnahmen, Eink√ľnfte, Einkommen ‚Äď alles dasselbe? Was wir im t√§glichen Sprachgebrauch oft synonym verwenden, trennt das Steuerrecht durch strenge Definitionen. Der Einfachheit zuliebe verzichten wir in unseren Beitr√§gen in der Regel auf die strenge Unterscheidung. In diesem Artikel soll es aber genau darum gehen. Denn f√ľr die Berechnung Ihres zu versteuernden Einkommens und Ihrer Steuererstattung steckt mehr dahinter, als blo√üe Wortklauberei.

In diesem Beitrag möchten wir Sie mitnehmen auf eine Reise von den Einnahmen bis hin zum zu versteuernden Einkommen. Dabei werden wir Ihnen auch einen Einblick in die scheinbar verwirrenden Steuer-Definitionen geben. Denn diese begleiten uns auf dem Weg zur Beantwortung der Frage: Was ist das zu versteuernde Einkommen?

Infografik: zu versteuerndes Einkommen

Infografik: zu versteuerndes Einkommen

Erste Etappe: Summe der Eink√ľnfte

Unsere Reise beginnt bei Ihren Eink√ľnften. In der Steuerwelt haben Sie sieben verschiedene M√∂glichkeiten, Eink√ľnfte zu erzielen. Jede dieser Einkunftsarten hat unterschiedliche steuerliche Regeln zur Folge, die Sie beachten m√ľssen.

1.¬†¬†¬†¬†¬† Eink√ľnfte aus Land- und Forstwirtschaft

2.¬†¬†¬†¬†¬† Eink√ľnfte aus Gewerbebetrieb (z. B. Einzelhandel)

3.¬†¬†¬†¬†¬† Eink√ľnfte aus selbstst√§ndiger Arbeit (z. B. Journalisten)

4.¬†¬†¬†¬†¬† Eink√ľnfte aus nichtselbstst√§ndiger Arbeit (Angestellte)

5.¬†¬†¬†¬†¬† Eink√ľnfte aus Kapitalverm√∂gen (z. B. Zinsen, Dividenden)

6.¬†¬†¬†¬†¬† Eink√ľnfte aus Vermietung und Verpachtung

7.¬†¬†¬†¬†¬† Sonstige Eink√ľnfte (z. B. Renten)

Jede der Einkunftsarten gehört in der Steuerwelt einem bestimmten Bereich an. Es gibt zum einen die Gewinneinkunftsarten und zum anderen die Überschusseinkunftsarten. Sie können aber auch Einnahmen aus beiden Bereichen haben.

Gewinneinkunftsarten

Gewinneinkunftsarten sind Eink√ľnfte aus:

  • Land- und Forstwirtschaft
  • Gewerbebetrieb
  • Selbstst√§ndige Arbeit

Diese Eink√ľnfte erzielen Sie z. B. beim Verkauf von Waren oder Dienstleistungen. Bei den Gewinneinkunftsarten spricht man dabei von ‚ÄěBetriebseinnahmen‚Äú. Aber leider flie√üt nicht immer nur Geld auf das Konto. Auch Rechnungen f√ľr Strom, Miete oder Lieferanten m√ľssen bezahlt werden. Aufwendungen, die Sie im Rahmen Ihres Betriebs haben, nennt man Betriebsausgaben. Am Ende des Jahres ergibt sich ‚Äď vereinfacht gesagt ‚Äď aus den Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben ein Gewinn oder Verlust. Und das wird dann als Eink√ľnfte bezeichnet.

√úberschusseinkunftsarten

Ihre Eink√ľnfte bestehen hier z. B. aus Ihrem Lohn oder Gehalt, Zins- oder Mietertr√§gen oder Rentenleistungen. √Ąhnlich wie bei den Gewinneinkunftsarten kann es aber auch hier zu Kosten kommen. Und zwar dann, wenn Sie im Rahmen Ihrer T√§tigkeit beruflich veranlasste Ausgaben haben. Die nennt man bei den √úberschusseinkunftsarten nicht Betriebsausgaben, sondern Werbungskosten. Am Ende des Jahres ziehen Sie die Werbungskosten von den Einnahmen ab. Das Ergebnis wird als √úberschuss der Einnahmen √ľber die Werbungskosten bzw. Eink√ľnfte bezeichnet.

F√ľr Werbungskosten ber√ľcksichtigt das Finanzamt bei Arbeitnehmern pauschal 1.000 Euro, wenn Sie keine h√∂heren Betr√§ge hatten. F√ľr Rentner gilt stattdessen eine Pauschale von 102 Euro.

Etappenziel: Ermittlung der Summe der Eink√ľnfte

Egal welchen Weg Sie gehen m√ľssen: Durch den Abzug von Betriebsausgaben von Betriebseinnahmen oder Werbungskosten von Einnahmen ermitteln Sie jeweils die Eink√ľnfte des Jahres. Das kann auch ein negativer Betrag sein. Wenn Sie all Ihre Eink√ľnfte addieren, erhalten Sie die Summe der Eink√ľnfte. Damit sind Sie dem zu versteuernden Einkommen schon einen Schritt n√§her. Bei zusammenveranlagten Ehegatten wird die Summe der Eink√ľnfte zun√§chst f√ľr jeden separat berechnet. In einem zweiten Schritt wird dann sozusagen die Summe der Summe der Eink√ľnfte gebildet.

Beispiel

Sie sind Arbeitnehmer und nebenberuflich selbstständig als Fotograf tätig.
Folgende Einnahmen und Ausgaben hatten Sie im Jahr 2019:

Einnahmen als Arbeitnehmer: 30.000 Euro
Werbungskosten als Arbeitnehmer: 1.000 Euro
Betriebseinnahmen als selbstständiger Fotograf: 10.000 Euro
Betriebsausgaben als selbstständiger Fotograf: 12.000 Euro

Ermittlung der Eink√ľnfte:
Nichtselbstständige Arbeit:
Einnahmen 30.000 Euro ‚Äď Werbungskosten 1.000 Euro
= Eink√ľnfte aus nichtselbst√§ndiger Arbeit: 29.000 Euro

Selbstständige Arbeit:
Betriebseinnahmen 10.000 Euro ‚Äď Betriebsausgaben 12.000 Euro
= Eink√ľnfte aus selbst√§ndiger Arbeit: -2.000 Euro

Summe der Eink√ľnfte:¬†29.000 Euro – 2.000 Euro = 27.000 Euro

Zweite Etappe: Gesamtbetrag der Eink√ľnfte

Der erste Anstieg ‚Äď die Berechnung der Summe der Eink√ľnfte ‚Äď ist geschafft. Von nun an geht es ‚Äěbergab‚Äú ‚Äď aber nicht im negativen Sinne. Denn es geht darum, welche Betr√§ge die Summe der Eink√ľnfte auf dem Weg zum zu versteuernden Einkommen mindern k√∂nnen. Auf dieser Etappe gibt es daf√ľr drei M√∂glichkeiten. Den Altersentlastungsbetrag, den Entlastungsbetrag f√ľr Alleinerziehende und den Freibetrag f√ľr Land- und Forstwirte (auf den wir hier aber nicht weiter eingehen).

Achtung
Durch die im weiteren Verlauf genannten Abz√ľge kann kein Verlust entstehen oder sich erh√∂hen!

Altersentlastungsbetrag

Hierbei handelt es sich um einen Freibetrag f√ľr √Ąltere, die aber weiterhin Eink√ľnfte haben, die keine Renteneink√ľnfte sind. Er wird dann von der Summe der Eink√ľnfte abgezogen, wenn Sie z. B. Eink√ľnfte aus Vermietung und Verpachtung, Gewerbebetrieb oder nichtselbstst√§ndiger Arbeit haben.

Der Abzugsbetrag ist abh√§ngig von dem Jahr, das auf das Jahr folgt, in dem Sie Ihr 64. Lebensjahr vollendet haben ‚Äď also Ihren 64. Geburtstag feiern. Der Altersentlastungsbetrag wird prozentual auf Ihre Eink√ľnfte errechnet. Allerdings wird der Betrag stufenweise vom Jahr 2005 bis 2040 abgebaut.

Wurden Sie im Jahr 2004 64 Jahre alt, beträgt Ihr Altersentlastungsbetrag 40 Prozent, aber maximal 1.900 Euro. Haben Sie dagegen erst im Jahr 2018 das 64. Lebensjahr vollendet, sind es nur 17,6 Prozent und maximal 836 Euro.

Entlastungsbetrag f√ľr Alleinerziehende

Mit dem Entlastungsbetrag f√ľr Alleinerziehende werden alleinerziehende M√ľtter und V√§ter unterst√ľtzt. Wichtig ist dabei, dass Sie wirklich alleinstehend sind, also keine weitere vollj√§hrige Person in Ihrem Haushalt wohnt. Au√üerdem muss das Kind, f√ľr das Sie den Entlastungsbetrag f√ľr Alleinerziehende beantragen, bei Ihnen im Haushalt leben. Ebenso ist ein Anspruch auf Kindergeld oder Kinderfreibetrag vorausgesetzt.

Etappenziel: Ermittlung des Gesamtbetrags der Eink√ľnfte

K√∂nnen bei Ihnen Entlastungsbetr√§ge abgezogen werden? Dann vermindert sich Ihre Summe der Eink√ľnfte und das Ergebnis nennt sich dann Gesamtbetrag der Eink√ľnfte. Kommt es zu keinem weiteren Abzug, ist der Gesamtbetrag der Eink√ľnfte identisch mit der Summe der Eink√ľnfte. Von hier trennen uns noch zwei Schritte vom Ziel: Das zu versteuernde Einkommen.

Beispiel
Sie sind alleinerziehend. F√ľr Ihr minderj√§hriges Kind haben Sie einen Anspruch auf Kindergeld und das Kind ist bei Ihnen gemeldet. Eine weitere vollj√§hrige Person lebt nicht bei Ihnen im Haushalt.

Summe der Eink√ľnfte = 27.000 Euro
– Entlastungsbetrag f√ľr Alleinerziehende (1 Kind) = 1.908 Euro (Stand 2019)
Gesamtbetrag der Eink√ľnfte = 25.092 Euro

Dritte Etappe: Einkommen

Los geht‚Äôs bei dieser Etappe beim Gesamtbetrag der Eink√ľnfte. Ihr Gesamtbetrag der Eink√ľnfte ist positiv? Dann geht es f√ľr Sie weiter ‚Äěabw√§rts‚Äú.

In dieser Stufe werden n√§mlich vom Gesamtbetrag der Eink√ľnfte insbesondere noch Verluste aus anderen Jahren, Sonderausgaben und au√üergew√∂hnliche Belastungen abgezogen. Allerdings nur bis zum Betrag von Null. Ein Verlust kann auch hier nicht mehr entstehen.

Sonderausgaben

Die ersten Abz√ľge, die Sie auf dem Weg zum zu versteuernden Einkommen mitnehmen k√∂nnen, sind die Sonderausgaben. Diese sehen zun√§chst den Werbungskosten etwas √§hnlich, unterscheiden sich aber in einem wesentlichen Punkt: Sonderausgaben sind nicht betrieblich oder beruflich veranlasst. Sie z√§hlen damit zu den Kosten der privaten Lebensf√ľhrung. Normalerweise werden solche Ausgaben steuerlich gar nicht ber√ľcksichtigt. F√ľr viele F√§lle sind im Gesetz aber Ausnahmen festgehalten. Es gibt verschiedene Arten von Sonderausgaben. Und je nachdem, welche Art Sie angeben m√∂chten, gelten unterschiedliche Regeln und H√∂chstbetr√§ge.

Hier ein paar Beispiele:

  • Private Versicherungen (z.B. Krankenversicherung, Haftpflichtversicherung, Unfallversicherung)
  • Kirchensteuer
  • Kinderbetreuungskosten
  • Kosten der ersten Berufsausbildung
  • Schulgeld
  • Spenden
Mehr zu Kinderbetreuungskosten lesen Sie hier:
Kinderbetreuungskosten absetzen Titelbild

Kinderbetreuungskosten absetzen

Eine gute Kinderbetreuung wird immer wichtiger. Damit man die Ausgaben steuerlich absetzen kann, fordert der Fiskus eine Rechnung. Doch dies ist in der Praxis meist nicht möglich.

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Mehr zu Kosten der ersten Berufsausbildung lesen Sie hier:
studienkosten titelbild

Studienkosten absetzen

Jahrelang lief der Rechtsstreit √ľber die Frage, wie Studenten ihre Studienkosten in der Einkommensteuer absetzen k√∂nnen ‚Äď und die Betroffenen wurden im Unklaren gelassen. Doch seit dem 10. Januar 2020 gibt es endlich Gewissheit.

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F√ľr Sonderausgaben, die keine Vorsorgeaufwendungen (Altersvorsorge, Krankenversicherung, …) sind, ber√ľcksichtigt das Finanzamt pauschal 36 Euro pro Person, wenn Sie keine h√∂heren Kosten hatten.

Außergewöhnliche Belastungen

Bei den Sonderausgaben konnten Sie bereits einige Betr√§ge einsammeln. Doch es geht noch weiter zu den au√üergew√∂hnlichen Belastungen. Wie die Sonderausgaben sind auch au√üergew√∂hnliche Belastungen eigentlich private Aufwendungen. Sie sind aber deshalb trotzdem abzugsf√§hig, weil sie die Kosten zwangsl√§ufig tragen m√ľssen. Dabei kommt es aber darauf an, dass nicht alle Steuerpflichtigen gleicherma√üen diese Kosten haben. Vielmehr sind nur Sie in Ihrem individuellen Fall durch den Mehraufwand belastet. Beispiele hierf√ľr sind:

  • Krankheitskosten
  • Beerdigungskosten
  • Aufwendungen behinderter Menschen
  • Pflegekosten
  • Unterhaltszahlungen

Etappenziel: Ermittlung des Einkommens

Endlich ein Begriff, der uns vertrauter vorkommt: Das Einkommen. Auf dem Weg vom Gesamtbetrag der Eink√ľnfte hierher, konnten Sie z. B. Sonderausgaben und au√üergew√∂hnliche Belastungen abziehen. Wir sind nun ganz nah am zu versteuernden Einkommen.

Beispiel
Insgesamt haben Sie abzugsfähige Sonderausgaben von 4.800 Euro und außergewöhnliche Belastungen von 800 Euro.

Gesamtbetrag der Eink√ľnfte = 25.092 Euro
– Sonderausgaben = 4.800 Euro
РAußergewöhnliche Belastungen = 800 Euro
Einkommen = 19.492 Euro

Schlussetappe: Zu versteuerndes Einkommen

Wir nähern uns dem Ziel unserer Reise: Das zu versteuernde Einkommen. Einige sind bereits nach der letzten Etappe dort angekommen. Wer jedoch Kinder hat, sollte hier noch ein paar Meter weitergehen.

Kinderfreibetrag

Im n√§chsten Schritt werden Freibetr√§ge f√ľr Kinder vom Einkommen abgezogen. Die Besonderheit hierbei ist: Nicht jeder, der Anspruch auf Kindergeld bzw. den Kinderfreibetrag hat, hat hier gleichzeitig einen Abzug. Denn das Finanzamt pr√ľft f√ľr Sie den jeweils g√ľnstigeren Weg.

Im Laufe des Jahres bekommen Sie Kindergeld ausgezahlt. Ein zus√§tzlicher Abzug des Kinderfreibetrags bei der Steuer ist nicht m√∂glich. Deshalb rechnet das Finanzamt aus, welchen Mehrwert der Abzug des Kinderfreibetrags steuerlich f√ľr Sie h√§tte. Ist dieser Mehrwert f√ľr Sie gr√∂√üer als das ausgezahlte Kindergeld, wird der Freibetrag angesetzt. Daf√ľr rechnet Ihnen das Finanzamt bei der Steuer aber das erhaltene Kindergeld wieder dazu. Meistens passiert das nur, wenn Sie ein sehr hohes Einkommen haben.

Im Umkehrschluss passiert jedoch gar nichts, wenn das Kindergeld höher ist als der Steuervorteil durch den Freibetrag. Der Freibetrag wird nicht abgezogen und das Kindergeld später auch nicht der Steuer hinzugerechnet.

Etappenziel: Ermittlung des zu versteuernden Einkommens

Wir haben einen langen Weg hinter uns, aber sind am Ziel angekommen. Der Weg zum zu versteuernden Einkommen sieht f√ľr jeden Steuerpflichtigen ein bisschen anders aus. F√ľr viele ist bereits nach der ersten Etappe Schluss, f√ľr andere zieht sich der Weg bis zum zu versteuernden Einkommen ein bisschen l√§nger. Eins haben jedoch alle gemeinsam: Das zu versteuernde Einkommen ist die Basis f√ľr die Berechnung der Steuer.

Beispiel
Der Kinderfreibetrag ist in Ihrem Fall steuerlich nicht g√ľnstiger als das Kindergeld, welches Sie erhalten haben. Deshalb ist Ihr zu versteuerndes Einkommen unver√§ndert zur H√∂he des zuvor errechneten Einkommens.Zu versteuerndes Einkommen = 19.492 Euro

Exkurs: So wird die Steuer berechnet

Der Steuertarif in Deutschland richtet sich nach dem zu versteuernden Einkommen. Das bedeutet: Es gibt keinen Tarif, der f√ľr alle gleich hoch ist. Das w√§re der Fall, wenn es z. B. hei√üen w√ľrde: Alle zahlen 30 Prozent Steuer. Das w√§re ein linearer Steuertarif.

Viel mehr richtet sich der Steuersatz in Deutschland aber danach, wie hoch das zu versteuernde Einkommen ist. Je h√∂her das Einkommen, desto h√∂her der Steuersatz. Der Tarif ist also linear-progressiv. Entsprechend gibt es nicht die ‚Äěeine‚Äú Steuerformel. Welche Formel zur Berechnung Ihrer Steuer die richtige ist, richtet sich nach Ihrem zu versteuernden Einkommen.

Steuerformeln 2019

Formel 1: Zu versteuerndes Einkommen < 9.168 Euro
ESt = 0

Formel 2: 9.169 Euro < Zu versteuerndes Einkommen < 14.254 Euro
y=(Zu versteuerndes Einkommen ‚Äď 9.168)/10.000
ESt = (980,14 x y+ 1.400)*y

Formel 3: 14.255 Euro < Zu versteuerndes Einkommen < 55.960 Euro
z=(Zu versteuerndes Einkommen ‚Äď 14.254)/10.000
ESt=(216,16 x z + 2.397) x z + 965,58

Formel 4: 55.961 Euro < Zu versteuerndes Einkommen < 265.326 Euro
ESt = 42 % x Zu versteuerndes Einkommen ‚Äď 8.780,90

Formel 5: 265.327 < Zu versteuerndes Einkommen
ESt = 45 % x Zu versteuerndes Einkommen ‚Äď 16.740,68

Grundfreibetrag

Der¬†Grundfreibetrag ist ein Betrag, bis zu dessen H√∂he Sie gar keine Steuer zahlen m√ľssen.

In der Steuerformel ist der Grundfreibetrag bereits ber√ľcksichtigt.

Einzelveranlagung

Bei der Einzelveranlagung ist die Steuerberechnung besonders einfach. Ausgehend vom zu versteuernden Einkommen sucht man sich die passende Formel aus und errechnet die entsprechenden Werte. Als Ergebnis errechnen Sie die tarifliche Einkommensteuer. Wenn Sie diesen Betrag in Relation zu Ihrem zu versteuernden Einkommen setzen, erhalten Sie Ihren individuellen Steuersatz.

Beispiel
Bei einem zu versteuernden Einkommen von 19.492 Euro wird die Formel Nummer 3 wiefolgt berechnet:

Z = (19.492 Euro ‚Äď 14.254)/10.000
Z= 0,5238ESt = (216,16 x 0,5238 + 2.397 ) x 0,5238 + 965,58
ESt = 2.280 EuroIndividueller Steuersatz = ESt / Zu versteuerndes Einkommen
Individueller Steuersatz = 2.280 Euro / 19.492 Euro
Individueller Steuersatz = 11,70 %

Ehegatten-Splitting

F√ľr Verheiratete kann die Steuer grunds√§tzlich auch wie oben beschrieben berechnet werden. Das ist im Fall der Einzelveranlagung von Ehegatten der Fall. Das bedeutet: F√ľr jeden Ehepartner wird eine eigene Steuererkl√§rung abgegeben und das zu versteuernde Einkommen errechnet sowie daraufhin die Steuer ermittelt.

F√ľr viele Ehepaare ist aber das Ehegatten-Splitting attraktiver. Hier wird das zu versteuernde Einkommen beider Ehepartner gemeinsam ermittelt. Auf die H√§lfte des zu versteuernden Einkommens wird dann die tarifliche Einkommensteuer errechnet.

Dieser Steuerbetrag wird dann wiederrum ins Verhältnis zum halben zu versteuernden Einkommen gesetzt. So erhalten Sie einen Steuersatz. Dieser wird dann auf das gesamte zu versteuernde Einkommen berechnet.

Das Splitting-Verfahren ist vor allem dann im Vergleich zur Einzelveranlagung vorteilhaft, wenn Sie und Ihr Ehepartner große Gehaltsunterschiede haben. Man nennt das auch: Tarifglättung.

Beispiel
Sie sind verheiratet und haben keine Kinder. Ihre Summe der Eink√ľnfte betr√§gt 60.000 Euro. Die Summe der Eink√ľnfte Ihres Ehepartners 30.000 Euro. Es stehen Ihnen keine Entlastungsbetr√§ge zu. Als Sonderausgaben und au√üergew√∂hnliche Belastungen k√∂nnen Sie 8.000 Euro abziehen.

1. Berechnung zu versteuerndes Einkommen
Eink√ľnfte Ehemann 60.000 Euro
+ Eink√ľnfte Ehefrau 30.000 Euro
= Summe der Eink√ľnfte 90.000 Euro
= Gesamtbetrag der Eink√ľnfte 90.000 Euro
‚Äď Sonderausgaben 8.000 Euro
= Einkommen 82.000 Euro
= Zu versteuerndes Einkommen 82.000 Euro

2. Berechnung Einkommensteuer
Halbes zu versteuerndes Einkommen
= 82.000 Euro / 2 = 41.000 EuroSteuerformel = Formel 3
z=(Halbes zu versteuerndes Einkommen ‚Äď 14.254)/10.000
ESt=(216,16 x z + 2.397) x z + 965,58
Z = (41.000 Euro ‚Äď 14.254)/10.000
Z = 2,6747ESt (vorläufig)= (216,16 x 2,6747 + 2.397) x 2,6747 + 965,58

ESt (vorläufig) = 8.923

3. Berechnung Steuersatz
Individueller Steuersatz = ESt / Halbes zu versteuerndes Einkommen
Individueller Steuersatz = 8.923 / 41.000
Individueller Steuersatz = 21,76 %
ESt = Individueller Steuersatz x Zu versteuerndes Einkommen
ESt = 21,76 % x 82.000 Euro
ESt = 17.843 Euro

Progressionseink√ľnfte

Einigen Einnahmen sind wir auf unserem Weg noch gar nicht begegnet. Und zwar, weil Sie steuerfrei sind. Viele steuerfreie Einnahmen unterliegen aber dem Progressionsvorbehalt. Diese kommen genau jetzt ins Spiel. Zu den Progressionseink√ľnften z√§hlen zum Beispiel:

  • Mutterschaftsgeld
  • Elterngeld
  • Kurzarbeitergeld
  • Arbeitslosengeld I
  • Krankengeld
  • Insolvenzgeld

Auf diese Eink√ľnfte zahlen Sie zun√§chst keine Steuern. Deshalb sind Sie uns auf unserem obigen Weg auch nicht begegnet. F√ľr die Berechnung des Steuersatzes m√ľssen wir sie aber ber√ľcksichtigen. Und zwar werden sie gedanklich auf das zu versteuernde Einkommen draufgerechnet. Damit erh√∂ht sich der Wert, der zur Wahl der Steuerformel ausschlaggebend ist.

Die Berechnung der Steuer erfolgt danach wie gewohnt. Die tarifliche Einkommensteuer wird dann aber ins Verh√§ltnis zum zu versteuernden Einkommen plus Progressionseink√ľnfte gesetzt. Und dieser Steuersatz wird dann letztendlich auf das ‚Äěechte‚Äú zu versteuernde Einkommen berechnet.

Kurz gesagt: Progressionseink√ľnfte sind Eink√ľnfte, die heimlich, still und leise Ihren Steuersatz erh√∂hen.

Beim Ehegatten-Splitting ist das √ľbrigens genauso. Auf das zu versteuernde Einkommen der Ehegatten wird fiktiv die Summe der Progressionseink√ľnfte beider Partner hinzugerechnet. Der Steuersatz wird dann wie bereits beschrieben ermittelt.

Steuerermäßigungen

Nach dem kurzen Schreck √ľber die Progressionseink√ľnfte d√ľrfen Sie wieder aufatmen. Denn jetzt haben Sie noch einmal die Chance, Ihre Einkommensteuer zu dr√ľcken. Denn jetzt zahlen sich Parteispenden, Handwerkerleistungen und haushaltsnahe Dienstleistungen aus.

Diese haben wir auf dem Weg zum versteuernden Einkommens bisher nicht gesehen ‚Äď aber selbstverst√§ndlich nicht vergessen. Denn es handelt sich hierbei um direkte Steuererm√§√üigungen. Die abzugsf√§higen Betr√§ge werden direkt von Ihrer Steuerlast abgezogen. Allerdings nicht in voller H√∂he: Zur Abzugsf√§higkeit von Parteispenden, Handwerkerleistungen und haushaltsnahen Dienstleistungen gelten spezielle Vorschriften.

Anrechnung von Vorauszahlungen und Abzugsbeträgen

Nach Ber√ľcksichtigung von Steuererm√§√üigungen steht nun endlich Ihre festzusetzende Einkommensteuer fest. Doch das bedeutet noch nicht, dass das der Betrag ist, den Sie am Ende zahlen m√ľssen. Denn Sie haben eventuell unterj√§hrig bereits Vorauszahlungen an das Finanzamt geleistet.

Als Arbeitnehmer f√ľhrt Ihr Chef bereits monatlich Lohnsteuer an das Finanzamt ab. Und genau diese Betr√§ge werden jetzt wichtig. Sie werden von der festzusetzenden Einkommensteuer abgezogen.

Im besten Fall erhalten Sie dadurch eine ordentliche Erstattung. Nat√ľrlich kann sich so leider auch eine Nachzahlung ergeben, z. B. dadurch, dass Progressionseink√ľnfte in den laufenden Lohnsteuerzahlungen noch gar nicht ber√ľcksichtigt waren.

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