Zwei Monate mehr Zeit für die Steuererklärung

Zwei Monate mehr Zeit für die Steuererklärung

Neuer Stichtag soll beschlossen werden


Mehr Zeit für die Steuererklärung! Was Millionen Steuerzahler jedes Jahr per Stoßgebet gen Himmel schicken, soll nun diesen Donnerstag per Gesetz geregelt werden. Neuer Stichtag zur Abgabe wäre dann der 31. Juli. Doch Vorsicht: Dieses Jahr muss die Erklärung wie bisher am 31. Mai beim Finanzamt sein.

Mehr Zeit per Gesetz

Zwei Monate mehr Zeit für die Bearbeitung der Steuer. Dies will der Bundestag am morgigen Donnerstag per Gesetz verabschieden. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung haben sich darauf die Finanzexperten von Union und SPD verständigt. Ein entsprechender Passus soll in den Gesetzesentwurf zur Modernisierung des Steuerverfahrens eingefügt werden.

Die steuerzahlerfreundliche Regelung soll mit der Steuererklärung 2018 gelten. Auch Personen, die ihre Steuererklärung von einem Steuerberater machen lassen, bekommen dann zwei Monate mehr Zeit. So ist deren Stichtag Ende Februar.

Welche Neuregelungen morgen ins Gesetz aufgenommen werden – wir halten Sie hier auf dem Laufenden.

Für wen gilt die Abgabepflicht?

Gründe für eine Abgabepflicht bei Arbeitnehmern können beispielsweise sein:

  • Auf Ihrer Lohnsteuerkarte wurde ein Freibetrag eingetragen (ausgenommen Behinderten- und Hinterbliebenenpauschbetrag).
  • Sie und Ihr Ehepartner haben die Steuerklassen III/V oder IV/IV mit Faktor gewählt.
  • Sie haben als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer Arbeitslosengeld I, Kurzarbeitergeld, Krankengeld, Elterngeld, Aufstockungsbeträge bei Altersteilzeit oder ausländische Einkünfte von mehr als 410 Euro bezogen.
  • Sie haben neben Ihrem Arbeitslohn noch weitere Einkünfte, beispielsweise Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung oder sonstige Einkünfte bezogen, die mehr als 410 Euro betragen.
  • Sie haben Einkünfte aus Kapitalvermögen erzielt, für die Sie keine Kapitalertragssteuer (Abgeltungsteuer) zahlen müssen
  • Sie haben nebeneinander von mehreren Arbeitgebern Arbeitslohn (einschließlich Versorgungsbezüge) bezogen.
  • Der Arbeitgeber hat einen sonstigen Bezug von Ihnen ermäßigt besteuert, z.B. Entlassungsentschädigung, Arbeitslohn für mehrere Jahre, Lohnzahlungen durch Dritte.
  • Sie haben einen Betrieb und erzielen damit einen Gewinn von mehr als 410 Euro. Dabei ist es unerheblich, ob Sie diesen nur nebenbei betreiben.

Härtere Strafen für Trödler

Doch Trödler sollten sich nicht zu früh freuen: Im Gegenzug zur verlängerten Abgabefrist werden verspätete Steuererklärungen härter bestraft. So soll künftig für jeden Monat, den die Erklärung zu spät eingeht, ein Verspätungszuschlag von 25 Euro fällig sein. Mehr Infos dazu lesen Sie zu in unserem Beitrag hier.

Freiwillige Steuererklärung: Vier Jahr Zeit

Wer nicht verpflichtet ist, eine Einkommensteuererklärung abzugeben, kann dies freiwillig tun. Dann führt das Finanzamt eine so genannte Antragsveranlagung durch. Dann haben Sie für das Erstellen der Steuererklärung vier Jahre Zeit.

Die freiwillige Abgabe der Steuer ist immer empfehlenswert, wenn Sie Steuervergünstigungen in Anspruch nehmen wollen. Auch lohnt es sich, wenn Sie während des Jahres vermeintlich zu viel Steuern gezahlt haben und sich diese erstatten lassen wollen.

Die Einkommensteuererklärung: Lohnt sich oft

Pflicht oder Kür? Die Steuererklärung ist beides! Wir erklären wann Sie eine Steuererklärung freiwillig abgeben können und wann es Pflicht ist.

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