Zweitwohnung und Ferienwohnung

Zweitwohnung und Ferienwohnung

Nicht von Schenkungssteuer befreit


Wird das selbst genutzte Familienheim von einen auf den anderen Ehepartner übertragen, fällt keine Schenkungssteuer an. Das galt bisher auch für Ferien- und Zweitwohnungen. Doch die obersten Richter sahen dies nun anders.

Privileg der Steuerbefreiung

Das steuerliche Privileg für Familienheime ist sehr weitreichend: Es gilt nicht nur für ein Objekt. Auch mehrere Immobilien sind steuerfrei, wenn sie zeitlich nacheinander übertragen werden. Die Freistellung wird unabhängig vom Wert des Objekts gewährt.

 Mittelpunkt des familiären Lebens

Nun hat der Bundesfinanzhof für die vergünstigte Schenkung des Familienheims eine Bedingung aufgestellt. Die Steuerbefreiung soll nur für selbstgenutzte Familienwohnheime gelten. In ihnen muss sich der Mittelpunkt des familiären Lebens befinden. Ist dies nicht der Fall, unterliegt der Vorgang der Schenkungssteuer.

Somit unterliegen nun Zweit- oder Ferienwohnungen, die nur zu Ferien- und Wochenendaufenthalten genutzt werden, der Steuer. Gleiches gilt bei einer Zweitwohnung, die aus beruflichen Gründen genutzt wird (Aktenzeichen II R 35/11).

Eigentliche Sinne der Vorschrift

Die gesetzliche Vorschrift zur Steuerbefreiung müsse laut BFH einschränkend ausgelegt werden. Die Richter beriefen sich dabei auf den ursprünglichen Sinn der Vorschrift: Der Gesetzgeber habe damit den familiären Lebensraum schützen wollen. Wer ein Haus als Zweitwohnung nutze, habe dort nicht seinen Lebensmittelpunkt. Eine Steuerbefreiung sei daher sachlich nicht gerechtfertigt.

Wichtig: Die Steuerbefreiung für das Familienheim ist wertmäßig nicht begrenzt. Auch wird die Angemessenheit nicht geprüft. Was nach der Schenkung mit der Immobilie passiert, ist gleichgültig. Es besteht keine Pflicht zur Eigennutzung. Für das steuerfrei übertragene Familienwohnheim besteht keine Behaltensfrist, sodass es nach der Übertragung auf den Ehepartner sogar verkauft werden kann. Somit ist es möglich, dass mehrere Objekte nacheinander dem Ehepartner zugewendet werden können, denn es gibt hier keinen Objektverbrauch.

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