15. Mai 2020

Abgezockt in der Corona-Krise?

Verbraucherzentralen bitten um Hinweise

Die Corona-Krise setzt – neben beeindruckender Solidarität – leider auch vielfältige kriminelle Energien und Gier frei. Betrüger und windige Geschäftemacher haben das Geschäft mit der Angst für sich entdeckt und nutzen die Verunsicherung durch die Corona-Krise gezielt aus. Sie stehen mit angeblichen Corona-Tests vor der Haustür, versprechen Heilung durch Vitaminpräparate oder nutzen die Krise, um mit gefälschten Mails Passwörter abzugreifen.

Klingelt es plötzlich an der Haustür, ist besondere Vorsicht geboten. Haustürbetrüger geben sich schamlos als Mitarbeiter des Gesundheitsamts aus und drängen den ahnungslosen Bewohnern angebliche Corona-Schnelltests auf. Lassen Sie diese Personen auf keinen Fall ins Haus! Geld oder Wertgegenstände könnten aus der Wohnung gestohlen werden. Parallel kommt es verstärkt zu Falschmeldungen, die über soziale Medien und WhatsApp verbreitet werden. Erhalten Sie solche Nachrichten, seien Sie bitte immer kritisch und überprüfen den Wahrheitsgehalt über offizielle Informationsangebote. Leiten Sie keine Informationen über soziale Netzwerke weiter, wenn Sie Zweifel an deren Richtigkeit haben. Verbraucher berichten uns, dass vermehrt E-Mails im Umlauf seien, in denen beispielsweise Nahrungsergänzungsmittel gegen das Corona-Virus angepriesen werden, sowie E-Mails, in denen klassisch Daten abgegriffen werden sollen.

Zur Behandlung der COVID-19-Erkrankung gibt es noch keine Arzneimittel, ebenso keine Schutzimpfungen. Öffnen Sie keine Mails von unbekannten Absendern, klicken Sie nicht auf Links und öffnen Sie keinesfalls Dateianhänge. Im Zweifel löschen Sie die E-Mail. Wenn Sie auf eine Corona-Abzocke hereingefallen sind, sollten Sie schnell handeln, bei der Polizei eine Anzeige erstatten und schnellstmöglich die Bank oder den Zahlungsdienstleister kontaktieren, um die Zahlung rückgängig zu machen.

Meine Bitte: Leiten Sie alle Hinweise unbedingt an die Verbraucherzentrale weiter! Die Verbraucherzentralen werden gegen besonders dreiste Maschen vorgehen. Nutzen Sie dafür unsere Beschwerdebox. Auf unserer Website bieten wir täglich aktualisierte Informationen zum Umgang mit den Folgen der Corona-Pandemie an.

Annabel Oelmann - Verbraucherzentrale Bremen - verbraucherblickDr. Annabel Oelmann ist seit April 2016 Vorständin der Verbraucherzentrale Bremen. Zuvor leitete die gebürtige Lübeckerin sieben Jahre lang unter anderem die Gruppe Finanzen und Versicherungen der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Mehr lesen Sie in verbraucherblick 05/2020.

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