22. November 2021

Aus für den Gelben Zettel

© Dragana Gordic/Shutterstock

Wenn jemand krank wird, hat der Gelbe Schein bald ausgedient. Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, kurz eAU, wird seit Oktober 2021 schrittweise für alle gesetzlich krankenversicherten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eingeführt. Zunächst werden die Arztpraxen die Bescheinigungen digital an die Krankenkassen übermitteln. Das geschieht später als geplant. Ursprünglicher Starttermin war der 1. Januar. Wie funktioniert die eAU, was ändert sich und worauf sollte man achten?

Ärzte stellen hierzulande etwa 77 Millionen Arbeitsunfähigkeiten (AU) jährlich fest. Das geht aus einer Informationsseite des GKV-Spitzenverbands – der zentralen Interessenvertretung der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen in Deutschland – zur elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) hervor. So heißt die digitale Krankschreibung im Fachjargon. Bisher erhalten krankgeschriebene Patienten jeweils drei Ausfertigungen ihrer AU-Bescheinigung. Eine müssen sie an ihre Krankenkasse schicken, eine an den Arbeitgeber und eine ist für ihre Unterlagen bestimmt. Doch die Tage der Zettelwirtschaft sind gezählt. Denn die gelbe Papier-Bescheinigung soll in ihrer jetzigen Form abgeschafft und die digitale Krankschreibung schrittweise eingeführt werden. Sie ist eine Anwendung der Telematikinfrastruktur. Diese Datenautobahn soll alle Beteiligten im Gesundheitswesen miteinander vernetzen und eine schnelle, sichere Kommunikation ermöglichen.

Der Hintergrund: Es geht unter anderem darum, per Digitalisierung den bürokratischen Aufwand zu reduzieren, der mit dem Verschicken und Bearbeiten der Papierbescheinigungen verbunden ist. Nicole Ramcke, Sprecherin der Techniker Krankenkasse (TK) in Hamburg, sieht gegenüber der AU in Papierform mehrere Vorteile: „Durch den digitalen Prozess kommt es zu keinen Lese- oder Scanfehlern. Somit erhalten Krankenkassen und Arbeitgeber die AU-Daten wesentlich schneller und haben diese gleich vollständig vorliegen. Die Versicherten sparen Zeit sowie Portokosten.“ Zudem schütze die Einsparung von Papier gleichzeitig die Umwelt. Die TK testet die eAU seit September 2017 in einem Pilotprojekt. Bis Ende April 2021 hatten 1300 Ärzte – meist aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Nordrhein-Westfalen – rund 300.000 eAU für die Versicherten ausgestellt.

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Christina Anastassiou arbeitet seit 2003 als freie Journalistin mit einem Schwerpunkt auf Finanz- und Wirtschaftsthemen. Die Diplombiologin mit dem Zusatzfach Betriebswirtschaftslehre schreibt über Geldanlagen, Finanzierung und mittelständische Unternehmen. Außerdem interessiert sie sich sehr für Gesundheit, Medizin und andere Verbraucherthemen.
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