25. April 2021

Den Geist aus der Flasche ziehen

© bbernard/Shutterstock

Wer Auto fahren will oder schwanger ist, muss auf ihn verzichten. Andere wollen einfach verzichten: auf Alkohol. Um nicht nur zu Wasser, Limo oder Saft greifen zu müssen, gibt es immer mehr Alternativen. Was sich beim Bier schon längst etabliert hat, ist bei Wein und Spirituosen im Kommen: die alkoholfreie Variante. Die flüssigen Genussmittel, die man sonst mit hohen Volumenprozenten kennt, gibt es immer öfter auch ohne „Umdrehungen“. Nur was bieten diese Neuankömmlinge, wenn der Aromen- und Geschmacksträger Alkohol fehlt? 

Es gibt viele Gründe, bei Getränken die alkoholfreien Varianten zu nehmen. Abstinenzler sparen sich beispielsweise einige Kalorien. Immerhin liegt der Energiewert von einem Gramm Alkohol fast gleichauf mit dem von Fett – bei gut 7 Kilokalorien. Bei einem 0,2-Liter-Glas Rotwein sind das immerhin um die 20 Gramm reiner Alkohol und damit rund 140 Kilokalorien – etwa so viel wie zwei Äpfel oder 100 Gramm Lende vom Rind. Prozentfreier Genuss bringt aber noch weitere nüchterne Vorteile mit sich.

„Im Wein liegt die Wahrheit“, besagt schon der lateinische Satz „in vino veritas“. Dahinter verbirgt sich aber eher die Erfahrung, die bereits der griechische Dichter Alkaios von Lesbos aufgeschrieben hat: dass man mit zu viel getrunkenem Wein schlechter lügen kann und dass er oder genauer gesagt der Alkohol darin die Sinne trübt. Lässt man ihn also weg, dürfte es zwar weniger Wahrheit geben, dafür aber keine Sinnesverluste und weniger gesundheitliche Schäden. Immerhin sollen laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO allein 2016 weltweit etwa drei Millionen Menschen infolge übermäßigen Alkoholkonsums gestorben sein. Auf 39 Milliarden Euro beziffert der Alkoholatlas in Deutschland die direkten und indirekten Kosten (S.70) des schädlichen Alkoholkonsums für die Gesamtgesellschaft für 2016. Ein Blick auf die alkoholfreien Trinkalternativen scheint angesichts dieser Zahlen lohnenswert.

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Andreas Einbock
Andreas Einbock ist seit November 2015 Redakteur bei verbraucherblick. Seine Schwerpunkte sind Finanzen, Technik und Energie – und natürlich das Sparen, weshalb er die meisten Spartricks selbst testet. Zuvor hat er für eine Sonntagszeitung, einen Industrieverband und eine Industrie- und Handelskammer geschrieben.