13. August 2020

Eltern im Alter

© michaeljung/Shutterstock

Die Menschen in Deutschland werden immer älter und bleiben dabei häufig fit. Doch je höher das Alter, desto mehr Unterstützung ist oft nötig. Irgendwann fragen sich die erwachsenen Kinder: Wäre es nicht gut, mit den pflegebedürftigen Eltern über professionelle Hilfe zu reden? Dabei stoßen viele auf heftigen Widerstand. Manche sprechen das schwierige Thema gar nicht an. Beides kann dazu führen, dass im Ernstfall hektisch etwas organisiert werden muss, was niemandem gefällt. Wie gelingen rechtzeitig gute Gespräche über Hilfs- und Pflegebedürftigkeit und worüber sollten sich erwachsene Kinder im Klaren sein?

„Meine Mutter ist mit ihren 81 Jahren nun echt wackelig auf den Beinen, steigt aber immer noch zum Fensterputzen auf die Leiter.“ – „Mein Vater will partout nicht seinen Führerschein abgeben, obwohl er mittlerweile eine Gefahr für sich und andere darstellt.“ Das Internet ist voll von solchen Hilferufen und auch auf den meisten Geburtstagsfeiern von 40- bis 60-Jährigen dürften ähnliche Erfahrungen Thema sein. Viele erwachsene Kinder sehen, dass die Kräfte der Eltern langsam nachlassen. Diese Erkenntnis ist an sich schon schwer: Mama und Papa, die viel für mich getan haben, werden nun wirklich alt. Sie werden meine Hilfe brauchen, die Rollen werden neu sortiert. Doch über das Altwerden, das Nicht-mehr-Können, das Hilfe-Annehmen zu sprechen, ist eine große Herausforderung. Wann ist der richtige Zeitpunkt? Wie lassen sich wunde Punkte ansprechen? Und was lässt sich tun, wenn die Eltern auf stur schalten?

Früh starten

„Beginnen Sie am besten schon über das Thema zu reden, bevor die Eltern überhaupt hilfsbedürftig sind“, empfiehlt Katja Werheid, Professorin für Neuropsychologie und Alterspsychotherapie an der Humboldt-Universität zu Berlin. „Denn nur 10 Prozent der Menschen sterben heutzutage einen plötzlichen Tod, 90 Prozent sind gegen Ende ihres Lebens pflegebedürftig. Wir wissen bloß nicht, ab wann Pflege nötig wird.“

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Marina Engler
Marina Engler schreibt seit Anfang 2014 als freie Journalistin für verschiedene Verbrauchermagazine. Ihre Schwerpunkte sind Gesundheit und Pflege. Da die journalistische Neugier tief in ihr verankert ist, befasst sie sich auch regelmäßig mit ganz anderen Themen.