5. März 2016

Essen per App: Frisch auf den Tisch

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© filkusto/Shutterstock.com
Lieferheld, Foodora oder Deliveroo: Die Zeiten, in denen man ewig auf den Pizzadienst gewartet hat und nur fettiges Fastfood nach Hause geliefert bekam, sind vorbei. Mittlerweile kommen grade in den großen Städten durchaus auch andere Gerichte frisch und warm auf den Tisch. Wie Lieferdienste das Essen zu Hause verändern.
Keine Lust zu kochen, keine Lust auszugehen? Auf gutes Essen muss man trotzdem nicht verzichten. Zumindest in einigen größeren Städten gibt es Dienste wie Foodora und Deliveroo. Der Clou an diesen Services: Sie bieten einen Lieferdienst für Restaurants, die normalerweise ihre Speisen nicht nach Hause bringen würden. Ob Edelitaliener, Burger-Bar oder orientalisches Restaurant – viele Gastronomen nehmen diesen Service an. Besonders lange warten muss man auf das Essen übrigens nicht. Bei einigen Anbietern steht nach guten 30 Minuten das Bestellte auf dem Tisch, im besten Fall umweltfreundlich verpackt und noch warm. Bei anderen Anbietern kann es allerdings gerade zur Stoßzeit deutlich länger dauern.

Dienste wie Lieferheld und Lieferando gehen einen etwas anderen Weg: Sie bündeln auf ihrer Plattform Anbieter, die Essen ausliefern. So haben die Kunden, die über diese Plattform bestellen, einen besseren Überblick und eine größere Auswahl. Manchmal profitieren sie auch von speziellen Angeboten. Für die Restaurants hat die sogenannte Plattform Economy allerdings den Nachteil, dass sie eine Provision an die Plattformbetreiber zahlen müssen und so unter Umständen geringere Gewinnmargen haben. „Auf der anderen Seite sparen sie Marketing- und Kundenbetreuungsmaßnahmen“, sagt Nora Voß, PR-Managerin bei Lieferheld und pizza.de. „Und optimierte Bestellabläufe führen zu weniger Reklamationen und zufriedenen Kunden.“


Tipps für Besteller

  • Nicht erst bestellen, wenn man schon Hunger hat. Es kann je nach Plattform eine Stunde oder länger dauern, bis das Essen kommt. Wie lange genau es dauern wird, sieht man in der Regel erst, nachdem man bestellt hat.
  • Eher bei einem Anbieter in der Nähe bestellen, denn die Höhe der Liefergebühr kann auch von der Entfernung abhängen.
  • Auf die Mindestbestellgebühr achten: Manchmal liegt sie bei 15 Euro und höher. Und bei einigen Anbietern wird nicht alles, was man bestellen kann, darauf angerechnet. Eventuell ist es sinnvoll, ein weiteres Gericht zu bestellen, das man am nächsten Tag nur noch aufwärmt.
  • Den gesunden Menschenverstand einschalten: Essen, das sich nicht gut warm halten lässt, sollte man besser nicht bestellen. Pommes Frites beispielsweise werden relativ schnell kalt und matschig – nicht nur zu Hause, sondern auch, wenn man sie liefern lässt.
  • Wer Müll vermeiden möchte, sollte auf keinen Fall Essen bestellen. Denn selbst wenn die Verpackung umweltfreundlich ist: Oft hat man am Ende viel mehr Müll, als wenn man selbst gekocht hätte oder Essen gegangen wäre.
  • Ab und zu den Lieferdienst des Vertrauens direkt anrufen. Dadurch hat er einen höheren Gewinn.

So bezahlt man beim Lieferdienst

Wer per App beim Lieferdienst bestellt, kann sehr bequem bargeldlos bezahlen. Der Kunde hinterlegt seine Kreditkartennummer oder die Verbindung zu PayPal und kann dann per Fingerklick in Sekunden sein Essen bezahlen. Das ist praktisch, hat aber auch Nachteile: „Wer bar bezahlt, hat ein Gefühl für seine Ausgaben“, sagt Miriam Rusch-Rodosthenous von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Das sei beim bargeldlosen Bezahlen anders. „Speziell wer häufiger sein Essen bargeldlos bestellt, kann den Überblick über seine Finanzen verlieren“, so die Verbraucherexpertin. Ein weiterer Nachteil: Das Geld ist weg, sobald bezahlt wurde. Selbst, wenn das Essen noch nicht geliefert wurde. Kommt die Pizza nun mit dem falschen Belag oder ist das Essen kalt, hat der Kunde den doppelten Ärger. „Er muss nun beim Lieferdienst reklamieren, um sein Geld erstattet zu bekommen“, sagt die Verbraucherschützerin. Ob der jedoch immer problemlos das Geld erstattet, ist fraglich.

Entwicklungspotenzial

Derzeit profitiert die Bevölkerung in der Stadt deutlich mehr von den Lieferplattformen als diejenigen, die auf dem Land wohnen. Schließlich gibt es in der Stadt ein größeres gastronomisches Angebot. Das hat auch zur Folge, dass die Lieferwege auf dem Land länger sind. So lässt sich schwer sicherstellen, dass die Bestellung im gewünschten Zustand den Kunden erreicht. Nora Voß: „Es ist eine Frage der Zeit, bis auch im ländlichen Bereich mehr Restaurants bei uns gelistet sind. Natürlich wollen wir auch außerhalb der Ballungszentren wachsen, sowohl bei der Zahl der günstigen als auch bei den hochwertigen Restaurants.“

Foodora hat schon international expandiert, wächst aber auch in Deutschland weiter. So gibt es den Lieferservice nicht mehr nur in Berlin, Frankfurt, Hamburg, München, Düsseldorf und Köln, sondern auch in Nürnberg, Bonn, Hannover und Essen. Weitere Städte sind in Vorbereitung. Die teilnehmenden Restaurants liefern in einem Radius von maximal zweieinhalb Kilometern. „Nur so lässt sich die hohe Qualität des Essens und eine Lieferzeit von etwa 30 Minuten gewährleisten“, sagt Emanuel Pallua, CEO Germany bei Foodora.


Lieferdiensteim Überblick

In der Branche ist gerade viel Bewegung: Neue Lieferdienste werden gegründet, während andere schon insolvent sind. Manche werden auch aufgekauft, während andere expandieren. Dementsprechend kann dies keine vollständige Übersicht sein. In einigen Gegenden gibt es übrigens auch regionale Angebote.

bringbutler.de 

deliveroo.de

foodora.de

lieferando.de

lieferheld.de

pizza.de

earlytaste.de


Ob Stadt oder Land, es lohnt sich auf jeden Fall, das Angebot mehrerer Plattformen zu vergleichen. Zwar liegen die Unterschiede nicht so sehr im Preis, aber in den gelisteten Restaurants. Beispielsweise sind nicht alle Anbieter, die bei Lieferheld unter Vertrag sind, auch bei Lieferando – und andersherum.

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