4. Juli 2016

Früchtemüsli: teuer oder billig?

© Irena Misevic/Shutterstock.com
Was gibt`s bei Ihnen zum Frühstück? Keine so unwichtige Frage, denn manche Ernährungsexperten sagen: Es ist die wichtigste Mahlzeit des Tages. Wer sich morgens gesund ernähren will, greift oft zum Müsli. Neben Haferflocken pur gibt es im Supermarkt jede Menge Fertigmischungen in allen möglichen Geschmacksrichtungen. Der Vergleich zeigt, welche Unterschiede es zwischen teuren und günstigen Müslimischungen gibt.

Für den Kickstart in den Tag gibt es bei vielen Deutschen mindestens einmal wöchentlich Müsli. Durchaus empfehlenswert, sagt Ernährungsexpertin Susanne Umbach von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: „Ein gutes Frühstück, das füllt die Energiespeicher auf mit möglichst lang sättigenden Kohlenhydraten. Da sind beispielsweise Vollkorn-, also Getreideflocken im Müsli super, weil die den Körper auch noch zusätzlich mit Ballaststoffen, Mineralstoffen und Vitaminen versorgen. Das gilt übrigens auch für das möglichst frische Obst. Und ergänzt mit Milchprodukten, die Eiweiß liefern, wird eine vollwertige Mahlzeit draus.“

Genau hinschauen

Von Knuspermüslis zum Frühstück rät die Ernährungsexpertin dagegen eher ab, wenn etwas Vollwertiges auf den Tisch kommen soll. Die liefern neben den im Getreide enthaltenen Nährstoffen nämlich vor allem Zucker und Fett. „Wenn ich mir die gesamte Palette von solchen Frühstücksflocken, Flakes, Pops und so weiter im Supermarkt anschaue: Riesen-Palette! Vielfach verbergen sich dahinter Süßigkeiten. Das sind zwar übliche Getreideflocken, die aber nicht aus Vollkorn sind, einen hohen Zuckeranteil haben und mit Honig oder mit Schokoflakes einfach einen anderen Geschmack bringen. Das gehört für mich eigentlich nicht in die Kategorie gesundes Müsli.“

Das gilt sogar für vermeintliche Light-Produkte, eben solche Mischungen, die explizit mit „weniger Zucker“ oder „weniger Fett“ werben. Dabei sollten Verbraucher genauer hinschauen. Oftmals ist der Kaloriengehalt nur wenig geringer – in manchen Fällen nimmt man sogar mehr Kalorien zu sich als mit dem Vergleichsprodukt. Das liegt daran, dass der im Vergleich zur Originalrezeptur „fehlende“ Geschmack über den Geschmacksträger Fett (bei Produkten mit weniger Zucker) oder mehr Süße (bei Produkten mit weniger Fett) ausgeglichen wird.

Fertigfrüchtemüsli im Vergleich

Die gesündere Alternative zu Knusper- und Schokomüsli scheint schon dem Namen nach das Früchtemüsli zu sein. Ernährungsexperten empfehlen, es frisch zuzubereiten – also das Obst selbst schnippeln und unter Flocken und Nüsse mischen. Was aber, wenn dazu keine Zeit ist? Dann greifen viele zur Früchtemüslimischung aus Supermärkten und Discountern.

Frische Früchte kann der Müslifan beim Fertigmüsli nicht erwarten. Stattdessen geben die Hersteller zur Getreideflockenmischung Trockenfrüchte hinzu. Denn so bleibt das Müsli samt Früchten haltbar. Durch die Trocknung verändert sich aber auch die Nährstoffzusammensetzung. Viele der guten Stoffe, die in der frischen Frucht stecken, finden sich auch in der Trockenfrucht, sogar in konzentrierter Form. Das sind zum Beispiel Kalium, Phosphor, Vitamine, Mineralstoffe, aber auch sekundäre Pflanzenstoffe. Flüchtige Stoffe wie Vitamin C sind dagegen nur noch in geringer Menge vorhanden. Insgesamt fällt die Nährwertbilanz beim Vergleich Frisch- und Trockenobst für letzteres eher negativ aus, weil einige Nährstoffe bei der Verarbeitung verlorengehen.

Die beiden teuersten Marken kosten mehr als dreimal so viel wie die beiden günstigsten Produkte im Test. Sind die höheren Preise für die Marke gerechtfertigt? Das ZDF-Verbrauchermagazin WISO hat die teuren und die billigen Produkte verglichen und auf Fruchtgehalt, Nährwert, Schadstoffe und gesundheitliche Aspekte der enthaltenen Früchte geschaut. Die Ergebnisse lesen Sie in verbraucherblick 07/2016.

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