16. Januar 2019

Grenzenlose Datensammelwut

©640197997/Shutterstock

Da ist die Suchmaschine, die hervorragende Ergebnisse liefert, das Soziale Netzwerk, auf dem die meisten Freunde zu finden sind, der Messenger, den alle benutzen. Und das Smartphone, das sich zum persönlichen Assistenten mausert. Vieles davon lässt sich inzwischen nicht mehr nur per Tastatur oder Wischen auf dem Bildschirm bedienen – die Services hören sogar auf Sprache. Der Fernseher, der Lautsprecher, das Smartphone, alle haben ein offenes Ohr. Doch dabei fallen Daten über Daten an. Im Spiel von „Big Data“ sind die Nutzer die Lieferanten.

Datenkraken sind sammelwütig, sehr sogar. Im August 2018 wurde klar, dass Google selbst dann die Positionsdaten von Android-Smartphones erfasst, wenn der Nutzer in den Einstellungen seines Gerätes die Option „Standortverlauf“ deaktiviert hat. Und zwar passiert das immer dann, wenn eine Google-Anwendung wie etwa die Suche in Chrome genutzt wird. Darüber hinaus: Bei relativ normaler Smartphone-Nutzung meldet sich ein Android-Smartphone mit den Google-Diensten rund 340 Mal am Tag mit Daten bei einem Google-Server, also etwa 14 Mal pro Stunde. Das geht aus der Studie Google Data Collection (PDF) hervor, die ein US-Computerwissenschaftler im August 2018 veröffentlicht hat. In etwa einem Drittel der Fälle werden auch die Standortdaten übertragen, was Google sogar einräumt. Zwei Beispiele sind die Aktualisierung der Wetterdaten für den Standort und natürlich das Öffnen von Google Maps.

Apples iPhone wird der Studie zufolge seinem Ruf als wesentlich datensparsameres Gerät gerecht: Mit rund 34 Anfragen pro Tag verursacht die Nutzung des Geräts nur etwa ein Zehntel der Datenmenge eines Android-Gerätes – unter der Voraussetzung, dass keine Google-Dienste genutzt werden. Denn wer Google-Maps anstelle der Apple-Version einsetzt, der sendet wiederum Standortdaten an Google. Und das bedeutet auch, dass bei Apple keineswegs überhaupt keine Daten anfallen. …

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Michael Scheuch
Michael Scheuch ist Wirtschaftsjournalist, hat lange Jahre für die ZDF-Sendung WISO als Redakteur gearbeitet. Autor von ZDF-Dokumentationen und Buchautor. Im C.H.Beck-Verlag erschienen: „Kaufen vom Bauträger - ohne böse Überraschungen“.