17. März 2020

Grün auf Rezept

© 1110676457 Rawpixel.com/Shutterstock

In feuchte Erde greifen, an Salbeiblättern riechen oder Blumen schneiden: Bei der sogenannten Gartentherapie unterstützen der Aufenthalt in der Natur und die Arbeit mit Pflanzen die Heilung und lindern bestimmte Beeinträchtigungen. Die Therapieform kann unter anderem Menschen mit Demenz und Depressionen helfen, sofern diese bereits einen Bezug zum Garten haben. Was kann Gartentherapie konkret bewirken, wie arbeiten die Therapeuten und wer trägt die Kosten? Ein Überblick.

Wer einen Garten oder begrünten Balkon hat, kennt die Freude, sich mit den Pflanzen zu beschäftigen. Das gilt erst recht für Menschen, die für eine längere Zeit im Krankenhaus lagen. „Wenn jemand monatelang nicht mehr draußen war, reicht es ihm oft schon, eine bis zwei Pflanzen in der Hand zu halten“, sagt Gartentherapeut und Autor Andreas Niepel aus Hattingen. Der Präsident der Internationalen Gesellschaft GartenTherapie (IGGT) bezeichnet den Naturkontakt als „eine der Voraussetzungen für unsere Gesundheit“.

Alte Therapieform kehrt zurück
Auf dieser Erkenntnis basiert eine therapeutische Maßnahme, die seit Anfang der 1980er Jahre in Deutschland wieder entdeckt wird: die Gartentherapie. Sie nutzt pflanzen- und gartenorientierte Aktivitäten und Erlebnisse, um nach der Definition der IGGT „Interaktionen zwischen Mensch und Umwelt zu initiieren und zu unterstützen mit dem Ziel der Förderung von Lebensqualität und der Erhaltung und Wiederherstellung funktionaler Gesundheit“. Schon im alten Ägypten sollen Ärzte ihren Patienten Gartenspaziergänge verordnet haben. Hierzulande ist die Gartentherapie laut Niepel um 1870/1880 im Zuge der psychiatrischen Reformbewegung entstanden. „In Deutschland wurde die Entwicklung unter der Nazi-Herrschaft abgebrochen. Danach war es jahrelang undenkbar, Menschen mit einer Behinderung auf dem Acker arbeiten zu lassen“, erläutert der Experte. „Seit 1981 erleben wir eine Renaissance der Gartentherapie, die in den USA viel bekannter ist als bei uns.“

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Christina Anastassiou
Christina Anastassiou arbeitet seit 2003 als freie Journalistin mit einem Schwerpunkt auf Finanz- und Wirtschaftsthemen. Die Diplombiologin mit dem Zusatzfach Betriebswirtschaftslehre schreibt über Geldanlagen, Finanzierung und mittelständische Unternehmen. Außerdem interessiert sie sich sehr für Gesundheit, Medizin und andere Verbraucherthemen.