9. April 2020

Ionenaustausch und Umkehrosmose

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Wasserflecken, verstopfte Duschköpfe, die Angst vor Medikamentenrückständen oder Krankheitserregern wie Legionellen – Menschen lassen sich aus verschiedenen Gründen von einer Entkalkungs- oder Wasseraufbereitungsanlage für ihr Haus überzeugen. Allerdings brauchen die wenigsten Menschen sie für ihr Trinkwasser und ihre Haushaltsgeräte wirklich. Die Anlagen können sogar schaden. Insbesondere vor eher esoterischen Aufbereitungsanlagen warnen Verbraucherschützer wie die Stiftung Warentest.

Jeder Deutsche verbraucht laut Umweltbundesamt (UBA) durchschnittlich rund 127 Liter Wasser am Tag – das meiste davon allerdings zum Duschen, Baden, Waschen und Spülen. Dennoch überlegt so mancher Hausbesitzer, ob sich nicht eine Wasseraufbereitungsanlage lohnen könnte. Denn laut Händlern und Herstellern sind die Vorteile mannigfaltig. Weniger putzen, längere Haltbarkeit von Geräten wie Waschmaschine oder Spülmaschine, bessere Haut, geringerer Verbrauch von Seife und Waschmitteln, schmackhafterer Tee und natürlich: besser für die eigene Gesundheit, suggeriert die Werbung. Dafür verspricht gefiltertes, entkalktes Wasser große Vorteile. Doch unser Leitungswasser hat bereits hervorragende Qualität.

Brauche ich eine Entkalkungsanlage?
Die kurze Antwort auf die Frage, ob man eine Anlage zur Entkalkung benötigt, lautet: wahrscheinlich nicht. Verbraucherschützer raten sogar eher davon ab. „Trinkwasser ist eines der am besten kontrollierten Lebensmittel in Deutschland. Eine Aufbereitung im Haushalt ist meist überflüssig. Sie kann bei falscher Anwendung sogar die Wasserqualität verschlechtern“, schreibt die Stiftung Warentest. Die Verbraucherzentrale NRW argumentiert: „Grundsätzlich machen Wasserfilter und -filteranlagen im Haushalt nur Sinn, wenn das Wasser tatsächlich mit unerwünschten Stoffen belastet ist. Aber dann muss die Filtermethode passend zum Stoff gewählt werden.“ Bei Einsatz im Haushalt überwögen die Risiken oft die versprochenen Vorteile.

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Maximilian Modler
Maximilian Modler
Maximilian Modler hat die Electronic Media School in Potsdam besucht und dort ein crossmediales Volontariat mit Schwerpunkt auf Verbraucher- und Wirtschaftsthemen absolviert. Er lebt und schreibt in Berlin, unter anderem für Spiegel Online, die Stiftung Warentest und natürlich für verbraucherblick.