Lexikon

Aktienfonds

Aktienfonds sind neben Rentenfonds die populärste Variante der verschiedenen in Deutschland angebotenen Wertpapierfonds. Allerdings ist ihr Anlagevermögen seit Jahren rückläufig. Aktienfonds legen die Mittel ihrer Kunden in Aktien in- und ausländischer börsennotierter Unternehmen an. Der Vorteil dieser Art der Vermögensanlage liegt darin, dass der Anleger an den attraktiven Wertsteigerungsmöglichkeiten von Aktien teilhaben kann, das Risiko aber durch die breite Streuung der Fondsmittel im Vergleich zur Einzelanlage in Aktien gering ist. Der Nachteil: Die (Neben-)kosten dieser Form der Geldanlage sind relativ hoch.

Aktienfonds sind eine Variante der Investmentfonds. Bei ihnen legt die jeweilige Investmentgesellschaft die Mittel der Anleger in Aktien von nationalen sowie international tätigen Unternehmen an.

Nahezu jeder Aktienfonds hat einen Anlageschwerpunkt, der in den Anlagegrundsätzen des betreffenden Fonds festgelegt ist. So gibt es Aktienfonds die ausschließlich in deutschen Aktien anlegen. Andere Fonds legen ihre Mittel in Aktien von Unternehmen einer bestimmten Branche an. Das kann beispielsweise die Automobilindustrie sein oder Unternehmen, die in der Umweltbranche tätig sind. Andere Fonds wiederum legen ihre Mittel in Aktien ausländischer Unternehmen an. In diesem Fall spricht man häufig von Regional- oder Länderfonds. Jeder Aktienfonds hat eine Wertpapierkennnummer, unter der er eindeutig identifizierbar ist.

Indexfonds/ETF

Eine weitere Spielart der Aktienfonds sind die sogenannten Indexfonds, die ihre Mittel so anlegen, dass die Zusammenstellung ihres Depot möglichst genau der Zusammenstellung eines bestimmten Wertpapierindex – wie beispielsweise des DAX oder Nikkei widerspiegelt. Ihr Vorteil gegenüber den aktiv gemanagten Aktienfonds sind die deutlich niedrigeren Nebenkosten. Während ein ETF auf den DAX pro Jahr höchstens 0,3 Prozent kostet, muss der Anleger beim Kauf eines Aktienfonds einmalig bis zu fünf Prozent Ausgabeaufschlag und dann jährlich ein Prozent Managementgebühr zahlen. Mittlerweile verlangt sogar etwa jeder dritte aktiv gemanagte Aktienfonds eine erfolgsabhängige Vergütung – bei Misserfolg erhält der Anleger aber keinesfalls im Gegenzug Geld zurück.

Aktienfonds bieten Kleinanlegern, die noch wenig oder keine Erfahrung an der Börse sammeln konnten, die Möglichkeit ihre Ersparnisse in die Hände erfahrener Wertpapierspezialisten zu geben, um diese in Aktien zu investieren. Sie können so an den teilweise beträchtlichen Kurssteigerungsmöglichkeiten teilhaben, ohne die mit einer Direktanlage in einzelne Aktien immer auch verbundenen Risiken in Kauf nehmen zu müssen. Dadurch, dass Aktienfonds ihre Mittel in viele verschiedene Aktien investieren, reduziert sich das Verlustrisiko erheblich. Man spricht daher von Risikostreuung.

Für den Anleger entstehen beim Kauf von Investmentanteilen zusätzlich wie bei allen an Börsen gehandelten Wertpapieren Kosten, die sich aus der Differenz zwischen dem Ausgabepreis und Rücknahmepreis der Fondsanteile ergeben, dem sogenannten „Spread“. Der vereinnahmte Ausgabeaufschlag dient den Investmentgesellschaften zur Deckung ihrer Vertriebs- und Verwaltungskosten.

Seit Direktbanken und Discount-Broker sich im Markt etabliert haben, sind auch niedrigere Aufschläge möglich. Hier ist Verhandlungsgeschick des Geldanlegers gefragt. Sie können die Aktienfondsanteile aber auch (wenn Sie sich auskennen) wie eine Aktie auch direkt an einer Börse kaufen, nicht nur bei der herausgebenden Fondsgesellschaft. Anleger mit wenig oder keiner Börsenerfahrung sollten allerdings zunächst nicht auf professionelle Beratung verzichten, da auch die Anlage in Aktienfonds Risiken beinhaltet.

Aufgrund des zu entrichtenden Ausgabeaufschlags und der jährlichen Managementgebühren ist die Anlage in Aktienfonds als mittel- bis langfristiges Investment anzusehen, da der Anleger diese Kosten erst durch Kurssteigerungen der Anteile und/oder Ausschüttungen aus angesammelten Dividenden hereinholen muss, bevor sich sein Investment für ihn auszahlt. Anleger, die ihre Mittel nur kurzfristig binden wollen, sollten daher andere Anlageformen wählen.

Jeder Anleger sollte sich auch bei einem Investment in einen Aktienfonds darüber im Klaren sein, dass das Risiko zwar geringer als bei einer Direktanlage in einzelne Aktien ist, trotzdem aber, abhängig von der jeweiligen Lage an den betreffenden Börsen und von dem Geschick der Fondsmanager, immer die Gefahr von Kursverlusten birgt. Das Risiko ist von Fonds zu Fonds sehr unterschiedlich. Wie auch bei der Direktanlage in einzelne Aktien muss sich der Anleger immer überlegen, ob er bereit ist eine Chance auf teilweise sehr hohe Kursgewinne durch das Eingehen von entsprechenden Risiken zu erkaufen, oder ob er sich mit moderaten Gewinnen bei vergleichsweise geringem Risiko zufrieden gibt. Auch hier kann man, indem man mehrere unterschiedliche Fonds kauft, eine gewisse Risikostreuung erzielen.