Lexikon

Arbeitslosengeld

Arbeitslosengeld, auch Arbeitslosengeld 1 (ALG 1) genannt, ist eine Ersatzleistung für Arbeitnehmer, die ihren Arbeitsplatz verloren haben. Es wird von der Bundesagentur für Arbeit gezahlt. Das Arbeitsförderungsrecht (Sozialgesetzbuch III) ist die rechtliche Grundlage. Finanziert wird das ALG 1 aus der Arbeitslosenversicherung.

Arbeitslosengeld erhält wer,

  • arbeitslos ist,
  • sich bei der Arbeitsagentur gemeldet hat und
  • die Anwartschaftszeit erfüllt, das heißt in den vorangegangenen zwei Jahren mindestens zwölf Monate Beiträge zur Arbeitslosenversicherung gezahlt hat. Auch Zeiten wie Mutterschafts- oder Erziehungszeit, Krankheit mit Bezug von Krankengeld oder berufsfördernde Maßnahmen werden angerechnet.

Die Anspruchsdauer des ALG 1 beträgt zwischen sechs und 24 Monaten. Je nachdem wie lange derjenige die Anwartschaften erfüllt hat. Die Regeldauer ist zwölf Monate. Bei Arbeitnehmern über 50 Jahre erhöht sich die Anspruchdauer bei voller Anwartschaftszeit auf 15 Monate, ab 55 auf 18 Monate und über 58 Jahren auf 24 Monate. Danach greift das Arbeitslosengeld II.

Aus dem durchschnittlichen Einkommen des Vorjahres und der Steuerklasse, errechnet die Arbeitsagentur einen Tagessatz des Bemessungsentgeltes. Davon erhält der Arbeitslose einen Leistungssatz von 60 Prozent oder einen erhöhten Leistungssatz von 67 Prozent, wenn er Kinder zu versorgen hat.

Es gibt auch Fälle, in denen das ALG gesperrt wird:

  • der Betroffene kündigt selbst
  • es wird ein Aufhebungsvertrag geschlossen
  • bei Absprachen mit dem Arbeitgeber über das Ende der Beschäftigung
  • eine von der Arbeitsagentur angebotene Arbeit wird abgelehnt
  • der Betroffene lehnt oder bricht Weiterbildungsmaßnahmen ab
  • Nachweise der Arbeitslosigkeit fehlen
  • zu späte Arbeitslosenmeldung

Betroffene müssen sich drei Monate vor dem Ende des Arbeitsverhältnisses bei der Agentur für Arbeit als arbeitsuchend melden. Die darauffolgende Arbeitslosenmeldung, der Antrag für Leistungen, hat spätestens am ersten Tag der tatsächlichen Arbeitslosigkeit zu folgen. Die Leistung wird nicht rückwirkend bezahlt.