Lexikon

Arbeitslosenquote

Die Arbeitslosenquote ist die statistische Kennziffer zur Darstellung der Arbeitslosigkeit in einem Land. Sie misst die Zahl der Beschäftigungslosen im Verhältnis zur Zahl der Erwerbspersonen in Prozent. In den einzelnen Ländern werden allerdings unterschiedliche Methoden zur Erfassung der Erwerbslosen und der Beschäftigten angewendet. Deshalb sind die Arbeitslosenquoten international nicht immer voll vergleichbar.

In Deutschland wird die Arbeitslosenquote als Prozentzahl aus dem Verhältnis der registrierten Arbeitslosen und Erwerbspersonen (EP = Erwerbstätige + Arbeitslose) errechnet.

Quote = Arbeitslose / (Erwerbstätige plus Arbeitslose) x 100

Dabei ergeben sich allerdings bereits Definitionsprobleme: Wer in Vorruhestand geht, an Beschäftigungsmaßnahmen teilnimmt oder aus anderen Gründen der Arbeitsagentur nicht für die Vermittlung zur Verfügung steht, gilt nach der gesetzlichen Definition nicht als arbeitslos. Kranke oder Personen, die noch für längere Zeit eine Kur machen oder an einer Umschulung teilnehmen, erscheinen nicht in der Statistik. Ebenso bleibt die versteckte Arbeitslosigkeit („stille Reserve“) unberücksichtigt. Das sind Personen, die sich nicht bei den Behörden melden.

Umgekehrt gibt es aber auch die unechte Arbeitslosigkeit von Personen, die sich zwar als beschäftigungslos melden, aber nicht ernsthaft an einem regulären Arbeitsplatz interessiert sind oder aus anderen Gründen nicht an einen Arbeitgeber vermittelt werden können. Wegen Änderungen an der Berechnungsbasis ist die deutsche Arbeitslosenquote bei langjähriger Betrachtung nicht immer exakt vergleichbar.

Dies gilt erst recht bei internationalen Vergleichen. Wenn die gemeldeten Arbeitslosen oder die Arbeitslosenquoten verschiedener Länder miteinander verglichen werden sollen, muss immer erst geprüft werden, ob die Zahlen nach der gleichen Methode berechnet werden. In Deutschland gilt als arbeitslos, wer vorübergehend in keinem Beschäftigungsverhältnis steht, sich beim Arbeitsamt gemeldet hat, für eine Vermittlung zur Verfügung steht und eine versicherungspflichtige Beschäftigung von wöchentlich mindestens 15 Stunden sucht. In manchen Ländern liegt diese Grenze deutlich höher, in anderen niedriger. Oft reicht auch nicht die einmalige Anmeldung beim Arbeitsamt. Wer als arbeitslos registriert bleiben will, muss sich regelmäßig melden. In manchen Ländern gelten auch Altersgrenzen.