Lexikon

Arbeitszimmer

Aufwendungen für beruflich genutzte Arbeitszimmer gelten nur unter bestimmten Voraussetzungen als Werbungskosten. Der Gesetzgeber hat die Abzugsmöglichkeiten und den Kreis der Begünstigten eingeschränkt. Ein neues Urteil ändert die Lage.

Steht fest, dass ein Zimmer der Wohnung oder des Hauses so gut wie ausschließlich für berufliche Zwecke genutzt wird (private Nutzung unter 10 Prozent), können die Aufwendungen für dieses häusliche Arbeitszimmer steuermindernd geltend gemacht werden. Bei Arbeitnehmern als Werbungskosten, bei Selbstständigen, Gewerbetreibenden, Freiberuflern als Betriebsausgaben. Das Finanzamt darf einschätzen, ob noch verhältnismäßig genug Platz bleibt für die private Nutzung. So wird z. B. regelmäßig bei einer Zweizimmerwohnung die steuerliche Abzugsfähigkeit von einem der Zimmer als Arbeitszimmer verneint. Die räumliche Trennung ist wichtig, nicht anerkannt werden deshalb:

  • offene Galerien
  • ein zum Hausflur hin offener Raum
  • Emporen
  • nur durch Vorhang abgetrennte Raumteile
  • Durchgangszimmer (es sei denn, nur ein Schlafzimmer folgt)

Ein Arbeitszimmer darf aber auch in sogenannten „Nebenräumen“ wie Dachboden oder Keller liegen, wenn sie Wohnqualität haben. Dann wird bei der prozentualen Quadratmeterberechnung der als Arbeitszimmer genutzte Nebenraum der Wohnfläche hinzuaddiert. Ein Arbeitszimmer darf auch außerhalb der Wohnung in einem anderen Gebäude liegen. Je nach Entfernung dürfen dann sogar Fahrtkosten geltend gemacht werden.

Mittelpunkt der gesamten Tätigkeit

Sei dem Jahr 2007 galt die Regel, dass ein Arbeitszimmer nur dann geltend gemacht werden durfte, wenn es den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit darstellte. Das schloss viele Berufsgruppen, wie beispielsweise Lehrer, Ärzte, Musiker aus. Denn sobald ein anderer Arbeitsort existierte, konnte das häusliche Arbeitszimmer nicht mehr abgerechnet werden. Im Jahr 2009 hat der Bundesfinanzhof in einem Eilbeschluss (BFH, AZ: VI B 69/09) angewiesen, einem Lehrerehepaar das Arbeitszimmer bis auf Weiteres steuermindernd anzuerkennen. Es liegt noch kein endgültiges Urteil vor, es sieht aber gut aus für den Steuerbürger. Alle, die vor dem Jahr 2007 ein Arbeitszimmer absetzen konnten, könnten das jetzt wieder tun.

Wieviel kann abgesetzt werden?

Ein Arbeitszimmer wird grundsätzlich als Werbungskosten angegeben. Die Kosten für ein Arbeitszimmer sind uneingeschränkt absetzbar, wenn es sich außerhalb der Wohnung befindet und nur für den Zweck eines Arbeitszimmers verwendet wird. Auch ein Arbeitszimmer in der eigenen Wohnung ist absetzbar. Es gilt auch, wenn beide Ehepartner Anspruch auf ein Arbeitszimmer haben, dann kann ein Raum auch doppelt geltend gemacht werden.

Zu den Kosten, die das Arbeitszimmer steuerlich betreffen, gehören (immer anteilsmäßig im Verhältnis Quadratmeterzahl Arbeitszimmer/Quadratmeterzahl Gesamtwohnfläche):

  • Abschreibung
  • Miete
  • Heizkosten, Wasser, Müllabfuhr, Schornsteinfeger
  • Grundsteuer
  • Gebäudeversicherungen
  • Zinsen für das Baudarlehen
  • Reparaturen, Reinigungskosten
  • Gardinen, Teppiche, Vorhänge, Lampen

Büromaterial und Ähnliches, sogenannte Arbeitsmittel, sind auch absetzbar.