Lexikon

Arzneimittelpreis

Der Preis für Arzneimittel enthält mehr als nur die Kosten für das Medikament. Über ihn wird beispielsweise auch die Arbeit der Apotheken vergütet. Durch die Änderung der Arzneimittelpreisverordnung 2004 wurde ein Kombi-Modell eingeführt, das preisabhängige und -unabhängige Komponenten kombiniert. Dadurch verschiebt sich das bisherige Preisniveau.

Durch das Kombi-Modell wurden billige Arzneimittel teurer und teure Medikamente günstiger. Damit soll der Einsatz von innovativen – teuren – Medikamenten gefördert werden. Für Apotheken hat das geringere Erträge zur Folge, da der größte Umsatz bisher mit teuren Arzneien gemacht wurde.

Grund für die Neuregelung ist die Entkopplung der Apothekenvergütung vom Arzneimittelpreis. Sie stärkt die Beratungsfunktion der Apotheker. Patienten müssen allerdings höhere Zuzahlungen leisten. Diese sind nicht mehr von der Packungsgröße, sondern vom Arzneimittelpreis abhängig.

Zusätzlich werden viele Arzneimittel nicht mehr von der Krankenkasse bezahlt. Dazu gehören Medikamente, die die Lebensqualität verbessern, so genannte Lifestyle-Medikamente. Sie steigern zum Beispiel die Erektionsfähigkeit, helfen bei der Zigarettenentwöhnung oder sind Appetithemmer.