Lexikon

Historisch: Benachteiligung von Frauen im Beruf

Die Idee einer Frauenquote ist nicht die Erfindung einer politischen Partei oder der Frauenbewegung sondern Ergebnis eines historischen Prozesses. Allerdings gab es auch früher „Quoten“ allerdings im negativen Sinn: Denn dabei handelte es sich entweder um einen weitgehenden oder völligen Ausschluss von Frauen aus zahlreichen Tätigkeiten, ganzen Berufszweigen oder Verantwortungsbereichen.

So enthielt noch das preußische Vereins- und Versammlungsrecht von 1850 ein Verbot von „Frauenspersonen“ als Vereinsmitglieder. Erst 1918 wurde in Deutschland ein passives und aktives Wahlrecht eingeführt wurde, das in vollem Umfang auch für Frauen galt. Dennoch eroberten zunächst nur 37 Kandidatinnen ein Mandat. Das waren lediglich 8,7 Prozent der Sitze im Reichstag.

Auch das Recht auf freie Berufswahl erhielten Frauen erst zu diesem Zeitpunkt in Deutschland in vollem Umfang. Studentinnen mussten sich trotz der formalen Gleichstellung den Zugang zu den Hörsälen aber oftmals hart erkämpfen und zahlreiche Hindernisse überwinden. Erst danach konnten erstmals Ärztinnen, Lehrerinnen, Richterinnen und Professorinnen ihren Beruf ausüben.

Zur Zeit des Nationalsozialismus gab es schwere Rückschläge für die Gleichberechtigung der Frauen. Die Universitäten nahmen maximal 10 Prozent weibliche Studenten an. Beamtinnen wurden bei Heirat automatisch entlassen. Ärztinnen wurde die Kassenzulassung verweigert. Juristinnen wurde die Erlaubnis verwehrt, als Anwältin oder Richterin tätig zu werden.