Lexikon

Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung

Berücksichtigungszeiten sollen neben den Kindererziehungszeiten Lücken in der Beitragsbiografie schließen helfen. Sie werden nicht als Beitragszeiten behandelt, spielen also beim Anspruch etwa auf Erwerbsminderungsrente keine Rolle. Berücksichtigungszeiten werden Eltern zuerkannt, die Kinder bis zum zehnten Lebensjahr des Kindes erziehen. Die Regelungen greifen für Kinder, die 1983 oder später geboren wurden. Wer in der Zeit vom vierten bis zum zehnten Lebensjahr des Kindes, das er erzieht, Vollzeit arbeitet, aber weniger das Durchschnittsgehalt verdient, bekommt seine Rentenansprüche erhöht, als hätte er Beiträge vom Durchschnittseinkommen gezahlt. Die Beiträge werden allerdings nur um höchstens die Hälfte aufgewertet. Außerdem müssen mindestens 25 Jahre rentenrechtliche Zeiten vorliegen. Wer gleichzeitig zwei oder mehrere Kinder unter zehn Jahren erzieht und nicht arbeitet, bekommt ebenfalls rentenrechtliche Zeiten angerechnet, in Höhe der höchstmöglichen Aufwertung, die Erwerbstätige erhalten (1/3 Entgeltpunkt). Wer ein pflegebedürftiges Kind betreut und nicht erwerbstätig ist, bekommt seine von der Pflegekasse geleisteten Rentenbeiträge für die Zeit vom vierten bis achtzehnten Lebensjahr des Kindes um die Hälfte aufgewertet, höchstens allerdings auf die Höhe der Beiträge aus dem Durchschnittseinkommen. Die Regelung greift erst für die Zeit ab der Einführung der Pflegeversicherung am 1. April 1995.