Lexikon

Bundesschatzbriefe

Bundesschatzbriefe sind ein Mittel der Kreditbeschaffung für den Bundeshaushalt. Es sind verzinste Inhaberschuldverschreibungen, deren Verbriefung durch Eintrag in das Bundesschuldbuch stattfindet. Bundesschatzbriefe dienen zur Finanzierung öffentlicher Ausgaben. Darüber hinaus sollen sie der Vermögensbildung in der Bevölkerung dienen und werden deshalb nur an Privatpersonen oder gemeinnützige Träger verkauft. Wegen der hohen Verwaltungskosten werden die Papiere ab 2013 nicht mehr aufgelegt.

Seit 1969 werden Bundesschatzbriefe ausgegeben. Das Volumen der Emission ist von der Nachfrage nach diesen Papieren abhängig. Die Rücknahme und Rückzahlung kann auch über die Bundeswertpapierverwaltung stattfinden. Es gibt zwei verschiedenen Typen bei diesen Wertpapieren:

Bundesschatzbriefe vom Typ A haben eine mit der Laufzeit (sechs Jahre) steigende Verzinsung. Die Zinsen werden jährlich gezahlt.

Bundesschatzbriefe von Typ B haben eine Verzinsung, die ebenfalls mit der Laufzeit (sieben Jahre) steigt. Die Zinsen werden aber erst bei Fälligkeit oder Rückgabe zuzüglich der Zinseszinsen ausgezahlt.

Um Bundesschatzbriefe zu erwerben, muss man mindestens 50 Euro investieren.

Bundesschatzbriefe sind mündelsicher. Das heißt, sie können vererbt oder verschenkt werden. Aber man kann sie nicht an der Börse handeln. Sie unterliegen dadurch keinen Kursschwankungen, können aber erst nach Ablauf einer Sperrfrist von einem Jahr wieder zurückgegeben werden. Dies ist dann jederzeit bis zu einem Höchstbetrag von 5000 Euro pro Monat möglich. Sie eignen sich daher für private Anleger, die keine Kursrisiken eingehen wollen und darauf verzichten, jederzeit über das Geld voll zu verfügen. Allerdings können sie jederzeit auf erwerbsberechtigte Dritte übertragen werden. Erwerbsberechtigt sind nur Gebietsansässige, also in Deutschland lebende Personen. Ausländer können Bundesschatzbriefe nicht erwerben.

Schatzbriefe des Bundes können bei Banken und Sparkassen gekauft, verwahrt und zurückgegeben werden. Auch ist ein Kauf, Verwahrung und Rückgabe über die Bundesfinanzagentur direkt möglich und – im Gegensatz zur Verwahrung durch Banken und Sparkassen – kostenlos.

Im Juli 2012 gab die Finanzagentur bekannt, dass wegen der hohen Verwaltungskosten durch Kauf und Lagerung ab 2013 keine Bundesschatzbriefe und Finanzierungsschätze mehr aufgelegt werden.

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