Lexikon

Catastrophe Bonds (Cat Bonds)

Katastrophenanleihen (Cat Bonds) sind Anleihen, bei denen die Höhe der Verzinsung sowie die Rückzahlung davon abhängt, ob sich bestimmte Naturkatastrophen ereignen. Sie werden von Versicherungsgesellschaften ausgegeben. Durch sie soll ein Teil der Risiken aus Naturkatastrophen auf die Zeichner der Anleihen abgewälzt werden. Diese erhalten dafür überdurchschnittlich gute Zinsen.

Versicherungen gegen Naturkatastrophen unterscheiden sich grundlegend von Versicherungen allgemeiner Risiken. Das Prinzip „normaler“ Versicherungen beruht darauf, dass der Versicherungsfall zwar theoretisch alle Versicherten betrifft, aber nur bei einem Teil der Kunden tatsächlich eintritt. Das Risiko wird auf alle Versicherten verteilt, beispielsweise bei Unfall- oder Brandversicherungen. Bei Naturkatastrophen sind aber alle Versicherten betroffen, die Versicherungsgesellschaft hat keine Ausgleichsmöglichkeit durch Beiträge nicht betroffener Kunden.

Deshalb stellen große Naturkatastrophen ein kaum abschätzbares finanzielles Risiko dar und Versicherungsgesellschaften lagern einen Teil des Risikos auf den Kapitalmarkt aus. Eine Möglichkeit sind die Katastrophenanleihen. Dies sind Anleihen, bei denen die Höhe der Zinszahlungen und/oder der Rückzahlung des investierten Kapitals vom Eintreten beziehungsweise Nichteintreten bestimmter Naturkatastrophen abhängt. Dabei wird die Art der Naturkatastrophen, die die Rendite der Anleihe beeinflussen, vorab in den Anleihebedingungen definiert. Tritt eine der genannten Naturkatastrophen während der Laufzeit der Anleihe tatsächlich einmal oder mehrfach auf, reduziert sich der Anspruch des Anlegers auf Zinszahlung oder auf Rückzahlung des Nominalbetrags der Anleihe automatisch. Tritt die Naturkatastrophe nicht ein, kann die Versicherungsgesellschaft aus den Prämien ihrer Kunden, die sich dagegen abgesichert hatten, und den Zinsen auf den Nominalbetrag der Anleihe die Verszinsung auf den Cat Bond an die Anleger zahlen.

Eine Katastrophenanleihe ist für den Anleger also eine Mischform zwischen einer klassischen „risikolosen“ Anleihe und einem spekulativen Investment. Anders als bei einer herkömmlichen Anleihe kann er die Rendite eines Cat Bonds nicht schon bei Kauf der Anleihe errechnen. Bei Erwerb der Anleihe können lediglich die maximale und die minimale Rendite des Cat Bonds bestimmt werden. Das erhöhte Risiko, das mit dem Investment in einen Cat Bond verbunden ist, wird dem Anleger durch einen Zinsanspruch vergütet, der deutlich über dem Nominalzins liegt, der für eine normale Anleihe gezahlt wird.