Lexikon

CFD (Contracts for Difference)

CFD ist die Abkürzung von „Contracts for difference“, also Differenzgeschäfte bzw. -kontrakte. CFDs sind Finanzprodukte, mit denen man auf die Differenz zwischen Ankauf- und Verkaufspreis eines beliebigen zugrunde liegenden Basiswertes spekuliert, ohne diesen selbst besitzen zu müssen. Anders ausgedrückt: Der Käufer eines CFDs verpflichtet sich, einer Gegenpartei (meist einer Bank) die Differenz zwischen aktuellem Kaufkurs und späterem Verkaufskurs zu begleichen. Entwickelt sich die Differenz allerdings zu seinen Gunsten, so erhält der Investor Geld von der Gegenpartei.

Entstehung

CFDs entstanden in den frühen 90er Jahren, um Börsengebühren in Großbritannien zu umgehen. Mittlerweile wird geschätzt, dass sie bis zu einem Viertel des täglichen Handelsvolumens mit Wertpapieren ausmachen. Gewinne aus CFD-Geschäften fallen in Deutschland unter die Abgeltungsteuer. Die Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis des zugrunde liegenden Basiswertes bezeichnet man als „Spread“. Weil Ankaufs- und Verkaufspreis das einzige Kriterium für den Wert sind, erscheinen CFDs sehr transparent.

Meist verfügen CFDs über keine Fälligkeit oder Haltedauer, sie „laufen endlos“. Ebenso ist es irrelevant, ob man auf steigende (long) oder fallende Kurse (short) setzt. Der Unterschied zum Direktinvestment in den Basiswert besteht in der Hebelwirkung (Leverage). Mit relativ wenig Geldeinsatz lassen sich riesige Summen bewegen. Es werden Hebel von 5:1 bis gar 100:1 angeboten. Bei einem Hebel von 50:1 führt ein Kursgewinn des zugrunde liegenden Basiswertes von einem Prozent zu einem Kursgewinn beim CFD von 50 Prozent.

Der Vorteil der CFDs gegenüber Optionsscheinen ist, dass sie keine Laufzeitbegrenzung haben und damit ausschließlich die Kursveränderungen des Basiswertes den Wert eines CFDs beeinflussen.

Risiko Totalverlust

Bei Kursbewegungen in die „falsche“ Richtung droht Totalverlust. Hat der Käufer beispielsweise mit dem Hebel 50:1 auf einen Kursanstieg gesetzt, so führt ein entgegen gesetzter Kursverlauf um zwei Prozent zum Totalverlust. Fällt die Aktie von 100 auf 98 Euro, verliert der Besitzer des CFD bei jedem Prozent Bewegung in die falsche Richtung 50 Euro.

Erfahrene Anleger sichern sich gegen einen Totalverlust ab, indem sie ihre CFDs bei einer gewissen Kursveränderung (Stopp-loss) entgegen der von ihnen erhofften Entwicklung automatisch verkaufen („die Position glattstellen“). Die zweite Möglichkeit, die allerdings das Risiko verdoppelt, ist, weiteres Geld nachzuschießen.

Sicherheitsleistung (Margin)
Damit nicht unerfahrene Anleger bei diesen enormen Hebelwirkungen mehr Geld verlieren, als sie überhaupt besitzen, verlangen die Banken für den Handel mit CFDs Sicherheitsleistungen.

Ein weiterer Nachteil ist, dass auch bei CFDs auf Aktien als Basiswert, die Teilhabe an der Ausschüttung der Unternehmensgewinne (Dividenden) entfällt, da keine realen Aktien erkauft werden. Dadurch verfügt der CFD-Investor auch nicht über ein Stimmrecht im Unternehmen.

Strategien

Hedging: Beim Hedging mittels CFDs kann der Investor sich relativ preiswert gegen Kursrisiken absichern. Besitzt ein Investor beispielsweise einen hohen Aktienanteil eines einzelnen Unternehmens in seinem Depot und setzt damit auf Kurssteigerungen, so kann er durch eine Short-Position dieser Aktie in CFDs mit wenig Kapital einen Kursrückgang absichern (d. h. auch an Kursrückgängen verdienen).

Trendfolge: Kristallisiert sich zum Beispiel ein stetig steigender Goldpreis heraus, so lässt sich mit CFDs diesem Trend (long-Position) leicht folgen, einfacher als physisches Gold zu kaufen.

Swing Trading: Erkennt ein Investor beispielsweise, dass ein bestimmter Rohstoff morgens immer teuer und nachmittags immer preiswert zu haben ist, so kann er auch diesem sehr kurzfristigen Trend (abwechselnd mit Short- und Long-Positionen) folgen, auch wenn der Basiswert über einen längeren Zeitraum gesehen nicht von der Stelle kommt.

Scalping: Mit dem Scalping, dem „Heraustrennen“ auch nur kleinster Kursveränderungen innerhalb von wenigen Stunden (oft werden CFDs nur wenige Minuten gehalten) lässt sich mit großen Hebeln ebenfalls viel Geld verdienen.