Lexikon

Core-Satellite-Strategie

Bei der Core-Satellite-Strategie ergänzen mehrere kleinere riskantere Investments (satellites) ein Kerninvestment (core). Während das Kerninvestment auf Sicherheit ausgelegt ist, sollen die Einzelinvestments für einen Renditekick sorgen.

Auf eine Aktienstrategie übertragen bedeutet das, dass sich der Anleger für ein Kerninvestment entscheidet, das eine Grundrendite mit relativ hoher Sicherheit erreichen soll. Dabei allein soll es aber nicht bleiben – um dieses Kerninvestment gesellen sich kleinere Einzelinvestitionen mit einem höheren Risiko. Damit erhöht sich auch die Chance auf überproportional starke Renditen. Für professionelle Vermögensverwalter ist die Core-Satellite-Strategie mittlerweile Standard.

Aufteilung der Satelliten

Aufgrund einer möglichst großen Unabhängigkeit vom Kerninvestment, beispielsweise ausländischer Aktien im Verhältnis zu inländischen Rentenpapieren, ist die Gesamtanlage aufgeteilt. Für diese Satellitenanlagen eignen sich einzelne Regionen (bei Aktien), einzelne Strategien (z. B. Solarthemen oder erneuerbare Energien insgesamt) oder unterschiedliche Anlageklassen wie Aktien, Rentenfonds oder Derivate.

Laufen die kleineren Einzelinvestitionen über lange Zeit sehr gut, können sie auch in den Kern übernommen werden. Wird im Gegenzug das Risiko bei einzelnen Investitionen zu groß, werden sie abgestoßen.

Gesamtrisiko wird geteilt

Jedes Portfolio hat ein gewisses Risiko – zwischen sehr sicher, zum Beispiel Staatsanleihen, und sehr unsicher, etwa Aktienderivate. Dieses Risiko drückt man zahlenmäßig im sogenannten Betafaktor aus. Die Core-Satellite-Strategie trennt nun dieses Gesamtrisiko einer Geldanlage in zwei Teilrisiken auf. Das Kerninvestment mit niedrigem Betafaktor und das Satellitenrisiko mit hohem Betafaktor.

Auch wenn das Gesamtrisiko im Verhältnis zur Gesamtanlage gleich bleibt, hat diese Strategie doch einige Vorteile. Wird beispielsweise das Anlagerisiko „versichert“, ist nicht mehr der Gesamtbetrag abgesichert, sondern nur noch der kleinere, riskanter angelegte Teilbetrag.

Kosten

Die Core-Satellite-Strategie hat einen erheblichen Kostenvorteil. Da man über lange Vergleichszeiträume festgestellt hat, dass kaum ein aktiv gemanagter Aktienfonds mit relativ hohen Kosten den Vergleichsindex schlägt, ergibt sich folgende Möglichkeit: Der Anleger der Core-Satellite-Strategie setzt für sein Kerninvestment auf nicht nur sichere, sondern auch in den Nebenkosten preisgünstige Geldanlagen. Dafür setzt er bei den Satelliten auf aussichtsreichere, dafür aber auf kostenintensive Finanzprodukte. Bei größeren Vermögen erspart das zum Teil erhebliche Kosten an Fondsmanagement, Verwahrgebühren, Ausgabeaufschlägen und Ähnlichem.