Lexikon

DAX Deutscher Aktienindex

Der Deutsche Aktienindex (DAX) spiegelt den durchschnittlichen Börsenkurs einer repräsentativen Zahl von ausgewählten Aktien wider. Mit diesem laufend aktualisierten Performance-Index werden Zeitreihen aufgestellt, um die Kursentwicklung deutscher Aktien über einen längeren Zeitraum hinweg vergleichbar zu machen.

Seit dem 4. Januar 1999 wird an den Börsen in Euro-Land alles nur noch in Euro notiert. Das hatte auch auf den DAX Auswirkungen: Ein halbes Jahr später wurden er und die gesamte DAX-Indexfamilie abgeschafft. Seither werden ausschließlich die Xetra-Indizes verwendet. Während der DAX nur die Umsätze während der Börsenzeit widerspiegelte, bezieht der Xetra-DAX auch die Umsätze über den Computerhandel mit in seine Berechnung ein. Da der elektronische Handel eine immer stärke Bedeutung erhält, ist es nicht mehr notwendig Parketthandel und Computerhandel in zwei Indizes auszuweisen.

Neben dem Xetra-DAX und seiner Indexfamilie ist seit Februar 1998 auch der Dow Jones Stoxx an der Börse Frankfurt, Paris und Zürich vertreten. Wichtigster Börsenindikator ist der Dow Jones Euro Stoxx 50. Er enthält die 50 stärksten europäischen Aktiengesellschaften der Länder, die an der Währungsunion von Anfang an beteiligt waren.

Der Deutsche Aktienindex wurde 1987 an allen deutschen Börsen eingeführt. Ziel des Index (lateinisch: Anzeiger) ist es, die ständige Veränderung der Börsenkurse in einer einzigen Größe zusammenzufassen. Gleichzeitig wurde mit dem DAX ein optimierter Maßstab geschaffen, der die einzelnen Börsentage miteinander vergleichbar macht. Das Ergebnis der DAX-Berechnung wird in Punkten ausgedrückt, beginnend mit dem Jahresende 1987 (gleich 1.000 Punkte). Dieser Basiswert bildet auch beim Xetra-DAX die Berechnungsgrundlage.

Der Xetra-DAX besteht aus 30 Standardwerten. Dabei handelt es sich um die Aktien großer deutscher Kapitalgesellschaften, die mit ihrer Marktstellung ein repräsentatives Bild der deutschen Wirtschaft abgeben. Um in den Xetra-DAX aufgenommen zu werden, müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein:

  • hoher Umsatz der jeweiligen Aktie an der Börse,
  • hohe Börsenkapitalisierung,
  • frühe Eröffnungskurse und
  • der Festbesitzanteil darf 80 Prozent nicht überschreiten.

Außerdem müssen die Unternehmen Quartalsberichte erstellen und einmal jährlich Analystenveranstaltungen abhalten. Kann eine Aktiengesellschaft diese Kriterien nicht mehr erfüllen, wird der Titel herausgenommen und durch einen anderen ersetzt.

Alle Xetra-DAX-Titel sind an der Börse zum amtlichen Handel zugelassen. Die Kurse werden dreimal täglich zu festgelegten Zeiten zwischen 8.30 Uhr und 17 Uhr notiert: Eröffnungskurs, Kassakurs und Schlusskurs. Für Kleinanleger ist der Kassakurs von Bedeutung. Die Notierung erfolgt um 12 Uhr.

Da Wertpapiere auch zwischen diesen festen Terminen fortlaufend gehandelt werden, wird dies auch im Xetra-DAX berücksichtigt. Sobald sich der Kurs eines Standardwerts verändert, ändert sich auch der Xetra-DAX: Tatsächlich wird er per Computer alle 15 Sekunden neu berechnet. Das Ergebnis kann im Frankfurter Börsensaal an der elektronischen Kursanzeigetafel abgelesen werden. Zusätzlich erscheint der Xetra-DAX während des gesamten Parketthandels in grafischer Form als Kurve. Dadurch lässt sich schnell erkennen, welche Tendenz die Börse im Augenblick hat. Auch Nachrichtenagenturen, Radio und TV-Stationen melden täglich, zum Teil auch Live vom Parkett, die Veränderungen des DAX.

Der Xetra-DAX zeichnet sich durch einige Besonderheiten aus, die ihn von vielen anderen Indizes auf Aktien qualitativ unterscheiden. Beim Xetra-DAX handelt es sich um einen gewichteten und bereinigten Index. Das heißt, bei seiner Berechnung werden die Tageskurse der Aktiengesellschaften mit dem Grundkapital gewichtet. Um Kapitalveränderungen zu berücksichtigen, wie sie zum Beispiel durch Bezugsrechte und Dividenden (Bardividende ohne Körperschaftssteuer) entstehen, wird der Index um diese Faktoren bereinigt. Das soll Verzerrungen verhindern. Demgegenüber stellt der populäre Dow Jones-Index für die an der Wall Street in New York gehandelten Aktien nur einen ungewichteten Kursdurchschnitt dar.

Obwohl der DAX erst seit 1987 berechnet wird, ist auch ein längerfristiger Kursvergleich möglich. Er wurde mit dem langjährig berechneten Index der „Börsenzeitung“ verknüpft und bis 1959 zurückgerechnet. Für speziellere Informationsbedürfnisse, wie sich zum Beispiel eine bestimmte Branche entwickelt hat, gibt es daneben Branchenindizes wie den TecDAX, SDax oder MDax. Seit 1991 gibt es an der Deutschen Börse auch einen Index für Anleihen, den Rentenindex REX, und seit 1995 einen für Pfandbriefe, den PEX.