Lexikon

DSL / A-DSL / T-DSL

A-DSL (Asymetric Digital Subscriber Line) bietet einen schnellen Internetzugang für den Privatkunden über das herkömmliche Telefonnetz. Diese Technik wird von der Deutschen Telekom unter der Bezeichnung T-DSL seit 2000 vermarktet.

Vorteil der DSL-Techniken (Digital Subscriber Line, Digitale Teilnehmeranschlussleitung) ist die Verwendung der herkömmlichen, zweiadrigen Kupferkabel des Telefonnetzes zur Übertragung digitaler Daten. So muss für einen Anschluss an eine schnelle Datenübertragung keine neue Kabel-Infrastruktur bis zu jedem Telefonkunden gelegt werden. Nachteil ist die begrenzte Reichweite der Datenübertragung: Nur zwei bis drei Kilometer Kabel dürfen zwischen den DSL-Endgeräten und einem Netzknotenpunkt liegen. Während bei ISDN zwei Kanäle mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von 64 kBit/s zur Verfügung stehen, bieten andere DSL-Techniken höhere Datenübertragungsraten an, indem sie andere Frequenzbänder nutzen. Unterschieden werden danach Techniken, die

  • in beide Richtungen (Up- beziehungsweise Downstream) dieselbe Geschwindigkeit ermöglichen sowie
  • asynchrone Verfahren, bei denen der Nutzer zum Download die höhere Datenrate und zum Versenden von Daten die geringere Bandbreite zur Verfügung gestellt wird.

A-DSL, von der Telekom unter T-DSL vermarktet, liefert auf diese Weise eine Leistung von ursprünglich maximal 768 kBit/s für den Download (etwa zwölf Mal so schnell wie ein ISDN-Kanal) und 128 kBit/s für den Upstream – etwa die Geschwindigkeit von ISDN bei Kanalbündelung. Die Grenzen der ADSL-Technik liegen bei einem Downstream von 8.000 kBit/s und einem Upstream von 1.000 kBit/s.

Hardware-Ausstattung für DSL

Beim DSL-Kunden findet sich nach der TAE-Telefonsteckdose der sogenannte „Splitter“. Dieses Gerät trennt den Datenstrom in die ISDN- beziehungsweise DSL-Bestandteile. Es folgt in der ISDN-Seite der bisher schon vorhandene NTBA (Network Terminator Basis Access; übersetzt: Netzabschluss für ISDN-Basisanschluss), das ISDN-Telefon, eine Telefonanlage oder andere ISDN-Endgeräte (etwa eine ISDN-Karte im Computer).

Auf der DSL-Seite folgt das DSL- oder auch Kabelmodem, das über eine herkömmliche Netzwerkkarte mit dem PC verbunden wird. Grundsätzlich ist es möglich, über diesen Rechner oder einen Router ein komplettes lokales Netzwerk an den DSL anzuschließen. Für DSL fallen zunächst einmal zusätzliche monatliche Grundkosten beim Anbieter des (Telefon-)Netzanschlusses an, dazu kommen die Tarife des Internet-Providers. Einige Anbieter haben eine monatliche Flatrate im Angebot, bei der eine Pauschale die Netznutzung abdeckt, andere rechnen nach transportierten Datenmengen ab.

Weitere Standards der DSL-Familie

Zur DSL-Familie gehören weitere Standards:

ADSL2+ liefert Bandbreiten von maximal 25MBit/s im Down- und 3,5 MBit/s im Upstream. Diese Geschwindigkeit wird allerdings nur dann erreicht, wenn das Kupferkabel alleine der DSL-Anbindung zur Verfügung steht. Bei gleichzeitiger Nutzung als ISDN-Anschluss stehen maximal 16 MBit/s zur Verfügung.

V-DSL (Very high bitrate DSL) ist ein asynchrones Verfahren mit höherer Kapazität als A-DSL. In der Variante VDSL2, die als Standard 2005 normiert wurde, werden bis zu 200 MBit/s übertragen. In Deutschland führt die Telekom ein VDSL-Netz ein, die Investitionskosten sind allerdings sehr hoch. Mit VDSL2 sind die Übertragung von Fernsehbildern in HDTV-Qualität sowie viele weitere Bandbreitenintensive Anwendungen möglich.

Auf der symmetrischen, also in beide Richtungen gleich schnellen Seite finden sich H-DSL (High bitrate DSL) und S-DSL (Symetric Single Pair DSL). Diese Systeme sind für Firmen interessant, die auch im Upload auf hohe Bandbreiten angewiesen sind.

Für stetigen Ärger sorgt die Tatsache, dass nicht alle Gebiete mit DSL überhaupt oder in hohen Bandbreiten versorgt sind. Angebote von Flatrates für den Internetzugang setzen meist einen DSL-Anschluss voraus, benachteiligt sind vor allem ländliche Gebiete und Regionen, in denen die Telefoninfrastruktur auf Glasfaser- statt auf Kupferkabeln basiert.