Lexikon

Einkommensteuer

Die Einkommensteuer ist eine auf das Einkommen natürlicher Personen erhobene Zwangsabgabe an die öffentliche Hand, aus der kein Anspruch auf eine direkte Gegenleistung erwächst. Die Einkommensteuer ist also nicht zweckgebunden. Bei der Einkommensbesteuerung wird die Steuerschuld gemäß der persönlichen Leistungsfähigkeit des Zahlungspflichtigen angepasst.

Die Einkommensteuer wird ausschließlich bei natürlichen Personen erhoben. Bei juristischen Personen wie Kapitalgesellschaften, wird statt der Einkommensteuer eine Körperschaftssteuer berechnet. Der zu versteuernde Einkommensteuerbetrag ergibt sich aus der Differenz zwischen dem Bruttoeinkommen abzüglich der Werbungskosten.

Bei der Einkommensteuer können und sollen persönliche Umstände der besteuerten Person berücksichtigt werden. Dazu gehören beispielsweise individuelle Kosten der Einkommenserzielung, der Familienstand, das Alter und besondere Belastungen. Die Einkommensteuer wird unmittelbar bei der betreffenden Person erhoben und gehört daher zu den direkten Steuern.

Bei der Einkommensteuer ist es von erheblicher Bedeutung, den Begriff des Einkommens genau zu definieren. Es muss gesetzlich festgelegt werden, was als Einkommen gilt und was nicht. In der Steuerlehre gibt es hierzu zwei Theorien: die Quellentheorie und die Reinvermögenstheorie.

Quellentheorie

Hierbei gilt alles als Einkommen, was der Person alljährlich aus dauerhafter Quelle zufließt. Der Schlüsselbegriff hierbei ist der dauerhafte Zufluss. Gelder oder Güter, die nicht regelmäßig dem Steuerpflichtigen zufließen, gelten nicht als Einkommen.

Reinvermögenstheorie

Einkommen ist, was die Leistungsfähigkeit des Individuums erhöht, also es in die Lage versetzt, mehr Güter und Dienste nachzufragen. Hierbei ist es unerheblich, ob die Gelder nur in dieser Steuerperiode oder immer fließen.

In der Bundesrepublik Deutschland verzichtet man auf diese Einkommensdefinition. Stattdessen werden im Einkommensteuergesetz alle Einkünfte aufgezählt, die als Einkommen gelten. Von den Einkünften dürfen alle Kosten der Einkommenserzielung abgezogen werden. Dies sind bei Unternehmen der Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieben oder Selbständigen die Betriebsausgaben und bei allen anderen Einkunftsarten die Werbungskosten.