Lexikon

Einlagensicherung

Private Bankkunden in Deutschland sind im internationalen Vergleich am besten gegen einen Verlust Ihrer Spareinlagen abgesichert. Bei Insolvenz des Geldinstituts greifen nicht nur gesetzliche, sondern auch freiwillige Sicherungssysteme der Banken.

Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB)

Die gesetzliche Einlagensicherung ist seit 1998 im Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz (EAEG) geregelt. Dieses verpflichtet alle deutschen Banken, die eine eigene Bankzulassung haben und das Einlagengeschäft in privater Rechtsform betreiben, in die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB) einzuzahlen. Abgesichert sind Sicht-, Termin- und Spareinlagen sowie auf den Namen lautende Sparbriefe von Privatpersonen, Personengesellschaften und kleinen Kapitalgesellschaften bis 100.000 Euro pro Anleger. Nicht unter diesen Schutz fallen Wertpapiere. Sie werden lediglich von der Bank verwahrt, bleiben auch im Insolvenzfall Eigentum des Kunden und können gegebenenfalls auf ein anderes Institut übertragen werden.

Daneben gibt es Einlagensicherungseinrichtungen der jeweiligen Bankenverbände, die eine Absicherung der Kundengelder über den gesetzlichen Rahmen hinaus leisten.

Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken

Der Fonds wird getragen von etwa 98 Prozent aller deutschen Privatbanken. Der freiwillige Einlagensicherungssfonds beginnt dort, wo die gesetzliche Einlagensicherung aufhört, also ab 100.000 Euro bis zur jeweiligen Sicherungsgrenze. Diese entspricht 30 Prozent des maßgeblich haftenden Eigenkapitals der jeweiligen Bank zum Zeitpunkt des letzten veröffentlichten Jahresabschlusses. Das Mindesteigenkapital einer Bank liegt aktuell bei fünf Millionen Euro. Demnach sind selbst im schlechtesten Fall 1,5 Millionen Euro pro Anleger abgesichert.

Der freiwillige Einlagensicherungsfonds gilt auch für Einlagen bei unselbstständigen Zweigstellen deutscher Privatbanken im Ausland. Umgekehrt sind ausländische Banken in Deutschland nur abgesichert, wenn sie eine deutsche Bankzulassung haben.

Seit Bestehen des Fonds wurden mehr als 30 Einlagensicherungsfälle abgewickelt. Alle Kunden wurden zu 100 Prozent entschädigt.

Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB)

Der Fonds bietet Kunden zugehöriger Institute Absicherung für Nichtbankeneinlagen laut gesetzlicher Einlagensicherung zu 100 Prozent. Nur Banken, die gegenwärtig problemlos ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen können, werden in den Fonds aufgenommen. Danach wird die wirtschaftliche Situation der Mitglieder regelmäßig überprüft und gegebenenfalls Hilfestellung geleistet.

Mitgliedsbanken sind verpflichtet, jährlich 0,005 Prozent ihrer zu sichernden Kundeneinlagen an den Fonds abzuführen. Institute mit Gewährträgerhaftung müssen sogar 0,075 Prozent zahlen. In Sicherungsfällen können auch Nachzahlungen verlangt werden.

Sparkassen, Volks- und Raiffeisen- sowie Genossenschaftsbanken

Hier greift der Institutsschutz. Die Kreditinstitute stützen sich bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten gegenseitig, wenden so eine Insolvenz ab und sichern dadurch indirekt die Kundengelder zu 100 Prozent.

Volks- und Raiffeisen- sowie Genossenschaftsbanken zahlen dazu jährlich in den Garantiefonds ein. Die Höhe der Beiträge bemisst sich am Bilanzausweis für die „Forderungen an Kunden“. Sie beträgt mindestens 0,05 Prozent, maximal 0,2 Prozent dieser Bemessungsgrundlage. Teilnehmende Banken müssen sich einer jährlichen Überprüfung ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse und einer entsprechenden Klassifizierung unterziehen. Diese entscheidet über die Höhe der zu zahlenden Umlagen. Bemerkenswert ist, dass auch Inhaberschuldverschreibungen, wie Anleihen und bestimmte Zertifikate, abgedeckt sind.

Sparkassen haben ein dreistufiges Sicherungsmodell: Ist eine Kasse in Zahlungsschwierigkeiten, springt zunächst der zuständige von zwölf regionalen Stützungsfonds ein. Als weitere Maßnahme kann auf die Sicherungsreserve der Landesbanken und Girozentralen zurückgegriffen werden. Sind auch diese Mittel erschöpft, kommt es zu einem überregionalen Ausgleich aller Sparkassen-Stützungsfonds. Darüber hinaus werden öffentliche Banken durch Gebietskörperschaften, wie Städte und Gemeinden, abgesichert. Sie wenden drohende Pleiten durch Sanierung ab.