Lexikon

Enhanced Messaging Service (EMS)

Die kleinen Kurznachrichten aufs Handy sind ein überraschender und durchschlagender Erfolg für die Mobilfunkunternehmen: geschätzte 1,8 Milliarden SMS-Nachrichten monatlich werden verschickt – und an jeder verdient der Mobilfunkanbieter tüchtig.

Diesen Erfolg der SMS konnte niemand vorhersehen – schließlich geht es um die Übermittlung von maximal 160 Zeichen, die auf der winzigen Handy-Tastatur einzugeben sind. Und doch nutzen nach einer Umfrage des Allensbach-Instituts 97 Prozent aller Handy-Benutzer zwischen 14 und 19 Jahren diesen Service. Die Fortentwicklung heißt EMS (Enhanced Messaging Service). Mit diesem Standard können Texte formatiert werden, also einzelne Wörter und Buchstaben fettgedruckt, kursiv und in unterschiedlicher Größe dargestellt werden. Dazu kommt die Übertragung von Bildern und Tönen. Die Bilder in schwarz/weiß dürfen folgende Formate haben: 16*16 , 32*32 Pixel oder variabel bis zu 96*64 Bildpunkten. Auch kleine Animationen sind möglich.

Als Töne können voreingestellte Sequenzen das Eintreffen oder Abspielen einer EMS begleiten, auch einfache Melodien können am Handy oder mit Hilfe spezieller Software am Computer programmiert werden. EMS wurde von der 3GPP (Third Generation Partnership Project) [www.3gpp.org] unter Federführung der Handy-Hersteller Alcatel, Motorola und Siemens entwickelt und steht als offener Standard allen Unternehmen offen. Allerdings arbeitet Nokia mit „Smart Messaging“ auch an alternativen Produkten.

EMS funktioniert in jedem GSM-Netz und verteilt die notwendigen Informationen auf mehrere SMS. Dadurch kommt es beim Wechsel zwischen verschiedenen Mobilfunknetzen zu Problemen, wenn etwa eine EMS beim Empfänger in Form von vier unverständlichen SMS ankommt. Dazu muss das Handy selbstverständlich über EMS-Fähigkeit verfügen. In Konkurrenz zur EMS steht vor allem die MMS (Multimedia Messaging Standard). Viele Handys unterstützen beide Standards.