Lexikon

Entfernungspauschale

Durch die Entfernungspauschale können Arbeitnehmer Kosten für den Weg zur Arbeit teilweise von der Steuer absetzen. Bis 2001 galt die Kilometerpauschale, die abhängig war von der Art des Verkehrsmittels. Wer mit dem Auto fuhr, konnte deutlich mehr ansetzen, als jemand, der das Fahrrad benutzte. Für die Entfernungspauschale spielt das Verkehrsmittel keine Rolle und die Kosten müssen nicht belegt werden. 2007 wurde die Entfernungspauschale gekürzt. Wege zur Arbeitsstelle dürfen nur noch ab dem 21. Kilometer abgesetzt werden. Kritik und zahlreiche Klagen führten dazu, dass jetzt das Bundesverfassungsgericht über die Neuregelung entscheiden muss.

Bis zum Jahr 2007 bekam jeder Arbeitnehmer für seinen Weg zur Arbeit die gleiche Entfernungspauschale als Werbungskosten angerechnet, egal ob er mit dem Auto, in einer Fahrgemeinschaft, mit Bussen oder Bahnen, zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs war:

  • für jeden Kilometer 0,30 Euro

Seit 2007 dürfen nur noch Fahrtkosten ab dem 21. Kilometer Entfernung zur Arbeitsstelle angegeben werden. Weil die Entfernungspauschale mit dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag verrechnet wird, wirkt sich die Regelung bei den meisten Steuerzahlern tatsächlich erst ab dem 34. Kilometer steuermindernd aus.

Die Fahrtkosten können bei der Einkommensteuererklärung als Werbungskosten angesetzt werden. Die Entfernungspauschale kann nur einmal pro Arbeitstag und für die einfache Strecke des Weges angesetzt werden, höchsten 4.500 Euro pro Jahr. Es sei denn, Sie benutzen das eigene Auto, ein Kraftfahrzeug, das Ihnen gehört oder Ihnen überlassen worden ist. Dann können höhere Kosten geltend gemacht werden, die dem Finanzamt aber glaubhaft gemacht werden müssen, durch beispielweise Tankbelege, Inspektionskosten und Ähnliches.

Zahlt der Arbeitgeber allerdings die gesetzliche Kilometerpauschale zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, werden darauf Lohnsteuer und Sozialabgaben fällig. Außerdem können die Kosten nicht noch einmal bei der Steuererklärung als Werbungskosten geltend gemacht werden.

Neben dem Weg zur Arbeit gelten auch Wege zu Vorstellungsgesprächen, zur Fortbildung oder zum Kauf von Arbeitsmitteln als beruflich veranlasst, so dass für sie ebenfalls die Entfernungspauschale geltend gemacht werden kann oder die sogenannten Reisekosten.

Im September 2007 setzte sich der Bundesfinanzhof mit der Kürzung der Entfernungspauschale auseinander und äußerte Zweifel daran, dass die Neuregelung mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Das oberste deutsche Steuergericht unterstützte damit ein Urteil des niedersächsischen Finanzgerichtes, das mit der Neuregelung den Gleichheitsgrundsatz verletzt sieht. Das Bundesfinanzministerium hält die Kürzung aber nach wie vor für verfassungsgemäß und will das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zu diesem Thema abwarten. Mit einer Entscheidung ist aber erst im Jahr 2008 zu rechnen.

Steuerzahlerverbände fordern die Verbraucher dazu auf, Einspruch gegen die gekürzte Entfernungspauschale zu erheben, ansonsten könnte man leer ausgehen, selbst bei einer Aufhebung der Kürzung durch das Bundesverfassungsgericht rückwirkend für das Jahr 2007.