Lexikon

Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB)

Die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) ist im Fall einer Bankenpleite für die gesetzliche Entschädigung zuständig. Sie informiert die Gläubiger über die Schließung der Bank für den Kundenverkehr, ermittelt die Höhe der Forderungen und wickelt die Entschädigung ab.

Gesetzlich geschützt sind aktuell nach § 4 und § 5 des Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetzes (EAEG) Einlagen bis zu einer Höhe von 50.000 Euro, ab dem 31. Dezember 2010 bis zu 100.000 Euro. Dazu zählen Sicht-, Termin- und Spareinlagen sowie auf den Namen lautende Sparbriefe in Euro oder der Währung eines EU-Mitgliedstaats.

Wertpapiere sind generell Eigentum des Kunden und werden nur von der Bank verwahrt. Eine Entschädigung ist jedoch möglich, wenn das Institut nicht in der Lage ist, diese an den Kunden zurückzugeben. Verbindlichkeiten aus Wertpapiergeschäften sind zu 90 Prozent und bis zu einem maximalen Gegenwert von 20.000 Euro gesichert.

Gemäß Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz muss die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken den Anspruch auf Entschädigung unverzüglich prüfen und den Betrag innerhalb von drei Monaten nach Ermittlung der Höhe auszahlen.

Die finanziellen Mittel für die Entschädigung werden von den angeschlossenen Instituten aufgebracht. So muss jede Bank jährlich 0,016 Prozent ihrer Verbindlichkeiten gegenüber Kunden, mindestens jedoch 15.000 Euro leisten. Reichen die Mittel zur Durchführung eines Entschädigungsfalls nicht aus, können zusätzlich Sonderzahlungen gefordert werden.

Die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken berechnet die jeweiligen Beiträge der einzelnen Kreditinstitute und verwaltet sie als unselbstständiges Sondervermögen des Bundes. Sie ist eine hundertprozentige Tochter des Bundesverbands deutscher Banken und unterliegt der Aufsicht der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).