Lexikon

Ethernet

Zur lokalen Vernetzung von Computern hat sich Ethernet als kombinierter Standard aus Hardwareausstattung und Datenprotokollen durchgesetzt. Inzwischen bilden Ethernet-Strukturen auch die Basis für Hausautomatisierung und Multimedia-Vernetzung von Radios oder Fernsehern mit lokalen Rechnern und dem Internet.

Anfänge in den 70ern

Um Computer in einem Netzwerk miteinander zu verbinden, bedarf es sowohl der nötigen Hardware (Netzwerkkarten für den Computer, Kabel, Verteiler) als auch einheitlicher Standards für die Datenübertragung, sogenannte Protokolle. Diese sorgen dafür, dass die elektrischen Signale entschlüsselt werden und der Transport von Daten sicher abläuft (vgl. TCP/IP).

In den 70er-Jahren entwickelten die Unternehmen DEC, Intel und Xerox die ersten Ethernet-Standards. In der Folgezeit wurden die Anforderungen an Hard- und Software regelmäßig der technischen Entwicklung angepasst: Höhere Datenübertragungsraten und das Überbrücken größerer Entfernungen mit einfacheren, billigeren Kabeln waren die Ziele.

Inzwischen wird der Standard vom Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) standardisiert und fortentwickelt.

Seit den 80ern auch für Heimnutzer

In den 80er-Jahren basierten Ethernet-Netze auf Koaxialkabeln (wie man sie aus dem TV-Einsatz kennt) und leisteten in der Spezifikation 10BASE2 die Übertragung von 10 MBit/s. Die Länge eines Netzwerks war auf 135 Meter beschränkt, maximal 30 Netzwerkgeräte konnten angeschlossen werden. Nicht schneller, dafür mit dünnerem vieradrigen Kabel (Twisted Pair), übertrug der Standard 10BASE-T Daten. Er war für Heimnutzer schon deutlich erschwinglicher und leichter zu installieren.

Heute zehnmal so schnell

Verbreitet im Einsatz sind heute zehnmal so schnelle Netze mit 100 MBit/s (Fast-Ethernet), überwiegend auf Twisted-Pair-Kabeln basierend. Noch schnelleren Datentransfer bietet Gigabit-Ethernet mit 1000 MBit/s und bis zu zehn GB/s Geschwindigkeit. Hier beginnt der Standard auch den Bereich der rein lokalen Vernetzung von Systemen zu verlassen und kommt auf der letzten Meile von Hochgeschwindigkeits-Breitbandnetzen auch beim Anschluss von Wohn- und Geschäftshäusern an die Netze der Zugangsanbieter zum Zuge.

Ethernet-Anschlüsse finden sich zunehmend auch an Geräten der Unterhaltungsindustrie, etwa Spielekonsolen oder TV-Geräten. Beim Anschluss an das lokale Computernetz bieten die IEEE-Bezeichnungen Orientierungshilfe, ob dieser problemlos möglich ist.