Lexikon

Europäische Krankenversicherungskarte

Die Europäische Krankenversicherungskarte hat den bislang gültigen Auslandskrankenschein E111 im Jahr 2006 ersetzt. Sie macht eine Behandlung im Ausland, innerhalb des gesetzlichen Krankenversicherungssystems so einfach wie im Inland, nicht aber die Bezahlung bei einem Privatarzt.

Meist ist die Europäische Krankenversicherungskarte (European Health Insurance Card) die Rückseite der nationalen Versicherungskarte. Da Sie im Gegensatz zur inländischen Versicherungskarte maschinell nicht lesbar ist, wird der Arzt meistens noch einen Identitätsnachweis (Reisepass) verlangen. Die Krankenkassen sind verpflichtet, auf Wunsch hin eine solche Karte auszustellen. Auf ihr befinden sich Namen und Vorname des Versicherten, sein Geburtsdatum und seine persönliche Kennnummer. Sie enthält keine Informationen über die Krankengeschichte.

Die Karte ersetzt folgende Dokumente:

  • E111 – für Touristen
  • E110 – für Mitarbeiter des internationalen Transportwesens
  • E128 – für entsandte Erwerbstätige und Studenten
  • E119 – für Arbeitslose/Arbeitssuchende im Ausland

Nur zwingend notwendige (akute) ärztliche Versorgung im Ausland wird finanziell durch die Europäische Krankenversicherungskarte gedeckt. „Medizintourismus“ ist nicht möglich.

Die Akzeptanz der Karte ist das große Problem, denn nur wenn der Arzt oder das Krankenhaus mit der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) abrechnet, dann hilft die Europäische Krankenversicherungskarte. In diesem Fall werden die Kosten von der Krankenkasse ersetzt. Gerät man an einen Arzt oder ein Krankenhaus, die nicht mit der GKV kooperieren, wird nur ersetzt, was eine vergleichbare Leistung in Deutschland gekostet hätte. Den Rest muss der Patient selbst bezahlen. Falls Zeit und Möglichkeit gegeben sind, sollte man sich informieren, ob der Arzt oder das Krankenhaus die Europäische Krankenversicherungskarte akzeptiert. Ist das nicht der Fall, kann eine sehr detaillierte Rechnung dabei helfen, dass die Kasse in Deutschland so viel wie möglich erstattet.

Welche medizinischen Stellen im Ausland die Europäische Krankenversicherungskarte akzeptieren, erfährt man auf den Internetseiten der europäischen Verbraucherzentren (www.evz.de).

Wer auf umfassenden Schutz im Urlaub Wert legt, sollte eine Reisekrankenversicherung abschließen, die auch die Übernahme privatärztlicher Leistungen für deutsche GKV-Versicherte garantiert. Sonderfälle wie längere Aufenthalte („Überwintern“), arbeiten im Ausland oder gar Auswandern sollten mit der Krankenkasse bzw. der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland (DVKA) geklärt werden.

Anschrift

Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland (DVKA)

Pennefeldsweg 12c

53177 Bonn

Tel.: 0228 – 9530 – 0

Fax: 0228 – 9530 – 600

E-Mail: post@dvka.de