Lexikon

EWR – Europäischer Wirtschaftsraum

Der Europäische Wirtschaftsraum (EWR) besteht aus den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und den Mitgliedsländern der Europäischen Freihandelszone EFTA. Der EWR bildet den größten zusammenhängenden Binnenmarkt der Welt.

Gleichzeitig mit der „Vollendung des Gemeinsamen Marktes“ (Binnenmarkt) fand am 1. Januar 1994 die Erweiterung zum „Europäischen Wirtschaftsraum“ statt. Fünf der sechs bis dahin noch nicht als Vollmitglieder in die EU aufgenommenen Staaten der Europäischen Freihandelszone EFTA wurden dadurch der Gemeinschaft im wirtschaftlichen Bereich weitgehend angeschlossen. Die Schweiz trat dem EWR allerdings nicht bei, die Bürger entschieden sich in einem Referendum dagegen.

Durch die Bildung des EWR entstand von der Kaufkraft her der größte freie Markt der Welt für Waren, Kapital und Dienstleistungen. Die 18 Länder vereinen rund 40 Prozent des gesamten Welthandels auf sich.

Die etwa 380 Millionen Einwohner des EWR können innerhalb des Gebietes ihren Wohnsitz und Arbeitsplatz frei wählen. Die EFTA-Staaten übernahmen die Grundzüge des EG-Wettbewerbsrechts. Zölle wurden ganz oder schrittweise abgeschafft, technische Handelshemmnisse abgebaut, die Finanz- und Währungspolitik untereinander abgestimmt.

Allerdings ist die wirtschaftliche Integration innerhalb des EWR nicht so weit fortgeschritten wie innerhalb der EU. Vor allem der Agrarbereich bleibt ausgeklammert. An den politischen Entscheidungen der EU sind die beigetretenen Länder ebenfalls nicht beteiligt. Allerdings zieht die EU bei Entscheidungen, die das EWR-Abkommen betreffen Sachverständige aus den EFTA-Staaten hinzu. Diese Staaten haben jedoch kein Mietentscheidungsrecht. Für die Überwachung und Durchsetzung der Vertragsbestimmungen des EWR sorgen die Europäische Kommission und der Europäische Gerichtshof, die EWR-Überwachungsbehörde und der EWR-Gerichtshof. Der EWR ist keine Zollunion, deshalb werden keine einheitlichen Außenzölle erhoben und es gibt Grenzkontrollen zwischen EU- und EFTA-Staaten.