Lexikon

Familienpflegezeit

Seit Januar 2012 gilt das Gesetz zur Familienpflegezeit. Das Ziel: Angehörigen helfen, Beruf und die Pflege von Familienangehörigen zu vereinbaren. Durch das Gesetz sollen Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit zwei Jahre lang verringern können, um Angehörige zu pflegen. Ein Rechtsanspruch auf Pflegezeit besteht aber nicht.

Für maximal zwei Jahre können Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit zur Pflege von Angehörigen auf bis zu 15 Wochenstunden reduzieren. Das System funktioniert so: Der Arbeitnehmer verringert die Arbeitszeit und bekommt den Mittelwert zwischen seiner Reduzierung und seiner vorherigen Arbeitszeit als Lohn bezahlt. Arbeitete der Arbeitnehmer vorher Vollzeit und reduziert auf eine halbe Stelle, bekommt er drei Viertel des Gehaltes. In den zwei Jahren nach der Familienpflegezeit arbeitet er wieder die ursprüngliche Stundenzahl, bekommt aber weiterhin nur den reduzierten Lohn, um den Lohnvorschuss auszugleichen.

Für den Lohnvorschuss vom Arbeitgeber gibt es ein zinsloses Darlehen vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) über die KfW.

Arbeitnehmer, die in Pflegezeit gehen, müssen eine Versicherung abschließen für den Fall, dass sie während der Familienpflegezeit berufsunfähig werden oder sogar versterben und deshalb den Vorschuss vom Arbeitgeber nicht mehr abarbeiten können.

Sozialversicherungsbeiträge werden während der Familienpflegezeit weitergezahlt. Die Deutsche Rentenversicherung erkennt die Pflegezeiten an.

Es besteht kein Rechtsanspruch auf Familienpflege. Der Arbeitgeber kann den Antrag ablehnen.