Lexikon

Festlegung der maximalen Emission

Da Umweltlizenzen die Unternehmen dazu berechtigen, eine bestimmte Menge an Schadstoffen an die Umwelt abzugeben, bestimmt die Gesamtzahl der vergebenen Lizenzen die maximale Emission pro Periode. Vor Vergabe der Lizenzen muss der Staat also bestimmen, wie hoch die vertretbare Gesamtbelastung sein soll. Berechtigen die Lizenzen beispielsweise zur jährlichen Einleitung einer bestimmten Menge an Schadstoffe in einen Fluss, kann unter Berücksichtigung der Selbstreinigungskräfte des Gewässers und einer angestrebten Wasserqualität die maximal vertretbare Emission bestimmt werden. Ähnlich kann bei Schadstoff-Emission in die Luft vorgegangen werden. Auch hier kann unter Berücksichtigung der angestrebten Luftqualität bestimmt werden, wie hoch die tolerierbare Schadstoffemission sein darf, um dieses Ziel zu erreichen. Denkbar wäre eine solche Lösung also auch zum Schutz der Ozonschicht vor FCKW, wenn dadurch eine weltweite Verringerung der Emission erreicht werden kann.

Die so bestimmte maximale Emissionshöhe wird dann im nächsten Schritt auf die zu vergebenden Lizenzen umgelegt. Wurde beispielsweise festgelegt, dass pro Jahr tausend Tonnen eines Schadstoffes von den ansässigen Unternehmen in einen Fluss geleitet werden dürfen, so wird diese Menge auf die zu vergebenden Lizenzen umgelegt. Je Lizenz könnte zum Beispiel das Recht zur Einleitung einer Tonne bestehen. Insgesamt müssen dann tausend Lizenzen vergeben werden. Betriebe, die ihre Einleitungen verringern, könnten ihre Lizenzen entweder an andere verkaufen oder gegen Erstattung der Gebühr an den Staat zurückgeben. Wenn die Lizenzen an einer Börse gehandelt werden, treibt jede Ausdehnung der Produktion oder jedes neu hinzukommende Unternehmen den Kurs für die Lizenzen in die Höhe. So wird es immer teurer, die Umwelt zu belasten und gleichzeitig finanziell immer interessanter, die Belastung durch technische oder andere Maßnahmen zu verringern.