Lexikon

Fondsgebundene Rentenversicherung

Rentenversicherungen als fondsgebundene Variante unterscheiden sich von der herkömmlichen Rentenpolice hauptsächlich in der Geldanlage durch das Versicherungsunternehmen. Fondsgebundene Rentenpolicen bieten Aussicht auf höhere Renditen. Der Nachteil: Es wird weder ein Garantiezins, noch eine sichere Mindestrente versprochen.

Die Anbieter kümmern sich bei fondsgebundenen Rentenpolicen nicht selbständig um die Investition der Beiträge. Die Verwaltung der Gelder legen sie in die Hände der Manager von Investmentfondsgesellschaften. Diese sorgen für eine breite Risikostreuung, indem sie mit dem Kapital vieler Anleger Aktien, Immobilien oder verzinsliche Wertpapiere erwerben. Diese Investmentfonds erwirtschaften durch die ausgedehnte Verteilung der Anlagen stabilere Gewinne (Renditen), als bei anderen Anlageformen. Gleichzeitig sorgen sie für einen größtmöglichen Schutz gegenüber Kursschwankungen auf den Aktienmärkten oder Wertverlusten bei Immobilien.

Entsprechend der Beiträge des Versicherten werden stetig Anteile an den Investmentfonds gekauft. Die spätere Auszahlung ist, wie bei der klassischen privaten Rentenversicherung, bis auf den Ertragsteil steuerfrei.

Im Rentenalter kann der Versicherte zwischen verschiedenen Auszahlungsmöglichkeiten wählen:

  • die Fondsanteile werden ausgehändigt
  • der Gegenwert in Geld wird in einer lebenslange Rente ausgezahlt
  • der Gegenwert der Fondsanteile in Geld wird einmalig ausgezahlt

Sollte der Versicherte während der Sparphase versterben, zahlt das Unternehmen die bis dahin gezahlten Beiträge den Hinterbliebenen aus. Stirbt er im Rentenalter, profitieren die Erben weder von den Fondsanteilen, noch von den gezahlten Beiträgen des Verstorbenen. Ein solcher Zusatzschutz kann allerdings extra vereinbart werden, was die Rente aber etwas schmälert.

Bei fondsgebundenen Rentenversicherungen besteht trotz der angestrebten Risikominimierung der Investition in breit gestreute Investmentfonds ein großes Restrisiko. Da die Rentenversicherung eine festgelegte Laufzeit hat, besteht die Möglichkeit, dass die Rentenauszahlung genau dann beginnt, wenn die Börsen weltweit und quer durch alle Branchen auf Tiefstständen angelangt sind. Sind auch die Mietspiegel im Keller und verzeichnet der Immobilienmarkt hohe Leerstände, könnten auch die Werte breitaufgestellter Investmentfondsanteile abstürzen. Da die keine Mindestrente garantieren, muss sich der Sparer am Ende möglicherweise mit einer Minirente begnügen.