Lexikon

Fondskosten

Ebenso wie bei der Direktanlage an der Börse über eine Bank oder die Sparkasse fallen auch beim Erwerb von Fonds Kosten und Gebühren an. Der Anleger muss mit einem Katalog von Spesen rechnen. Experten kritisieren in diesem Zusammenhang die geringe Transparenz und die unterschiedliche Höhe der Fondskosten.

Unter den Fondskosten summieren sich die einmaligen, also bei Erwerb oder bei Rückgabe eines Fonds zu zahlenden Gebühren, sowie die laufenden Kosten. Die Gesamtkostenbelastung wird durch die so genannte Total Expense Ratio (TER) errechnet. Die TER ist gewissermaßen die Differenz zwischen dem Anlageergebnis vor Kosten und der Wertentwicklung eines Fonds. Sie dient den Fondsgesellschaften als Grundlage für ihre Kalkulation und umfasst alle im Fonds anfallenden Kosten, wie Managementgebühr, Depotbankgebühr, Verwaltungskosten der Kapitalanlagegesellschaft (KAG), Brokerage-Spesen, Registrierungs- und Prüfungskosten, Publikations- und Druckkosten, Honorare für Aufsichtsratsmitglieder sowie sonstige Marketingkosten. Besonders folgende Kostenposten sind zu beachten:

Ausgabeaufschlag
Die Höhe des Ausgabeaufschlags hängt vom jeweiligen Fonds und seinem Anlageschwerpunkt ab. Dieses Agio ist die Differenz zwischen Ausgabepreis und Anteilwert, die der Anleger beim Kauf von Investmentanteilen zahlt. Der Betrag wird bei Einzahlung der Investitionssumme verlangt, also bei monatlicher Einzahlung jeden Monat neu und bei einer einmaligen Einzahlung alles auf einen Schlag. Diese Gebühr erscheint in den meisten Fällen nicht auf den Kontoauszügen des Anlegers. Sie wird fondsintern abgerechnet. Es ist insofern eine Art unsichtbare Gebühr. Der Privatanleger sollte in den Beratungsgesprächen genaue Aufklärung über diese Gebühr verlangen.

Depotbankgebühr
Werden die Fondsanteile bei einer Bank aufbewahrt, ist mit einer Gebühr, einer Depotbankvergütung, im Promillebereich pro Jahr zu rechnen. Sie sind ein Ausgleich für administrative Aufwendungen bei der Wertpapierverwahrung und -kontrolle. Diese Gebühr wird dem Vermögen des Fonds belastet, drückt also auf die Wertsteigerung des Fondsvermögens.

Verwaltungsvergütung
Das ist die Managementgebühr (in der deutschen Ertrags- und Aufwandsrechnung eines Fonds lautet der Begriff „Verwaltungsgebühr“), die der KAG für ihren personellen Aufwand erstattet wird. Die Höhe der Gebühr ist unter den besonderen Vertragsbedingungen im Verkaufsprospekt des Fonds aufgeführt. Sie wird nicht dem Anleger direkt, sondern dem Fonds belastet. Sie drückt also damit auf die Rendite des Fonds.

Sonstige Verwaltungsgebühren
Hierin enthalten sind zum Beispiel Berichterstattungskosten, Kosten für die Fondsprospekte.

Fonds-Wechsel-Kosten
Ein Wechsel innerhalb einer Fondsgesellschaft, also zum Beispiel von einem Aktienfonds in einen Rentenfonds, kostet je nach Fondsgesellschaft unterschiedlich viel. Manche Gesellschaften geben allerdings auch einen vollständigen oder reduzierten Rabatt.

Bei sogenannten „no-load“ Fonds werden keine Ausgabeaufschläge erhoben. In Deutschland haben derartige Fonds die Bezeichnung „Typ 0“ an den Fondsnamen angehängt. Doch in diesen Fällen gilt meist eine erhöhte Verwaltungsvergütung plus eine erfolgsbezogene Vergütung, die dem jeweiligen Verkaufsprospekt zu entnehmen ist.