Lexikon

Garantiezins

Der Garantiezins, auch Höchstrechnungszins genannt, gilt für Kapitallebens- und Rentenversicherungen. Das Bundesfinanzministerium legt ihn fest. Er dient der Sicherheit der Versicherten: Es soll verhindert werden, dass Versicherer zu hohe und damit riskante Garantiezinsen versprechen im Wettbewerb um Kunden.

Der Garantiezins wird durch die Umlaufrendite aller europäischen Staatsanleihen ermittelt. Er darf maximal 60 Prozent der so ermittelten Durchschnittsrendite betragen. Richtmaß ist also der gesamte Euroraum und nicht die deutsche Durchschnittsrendite. Aufsichtbehörden wie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) schlagen einen Garantiezins vor, endgültig legt ihn jedoch das Bundesfinanzministerium fest.

Aufgabe des Zinses ist zu verhindern, dass Versicherer zu hohe Zinsen versprechen, die sie später vielleicht nicht mehr zahlen können. Der Garantiezins gilt allerdings nur für den Sparanteil. Das ist der Anteil, der nach Abzug der Kosten für den Kunden übrig bleibt. Je nach Versicherer bedeutet das, dass nur zwischen 70 und 90 Prozent der eingezahlten Beiträge verzinst werden.

Der Garantiezins sinkt stetig. Für Kunden einer Versicherung gilt immer der Zins zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses.