Lexikon

Geschichte des Internet

Am Anfang der Entwicklung des „Netzes der Netze“ stand militärisches Interesse: Der kalte Krieg war im vollen Gange als das amerikanische Verteidigungsministerium die Entwicklung eines militärischen Netzes in Auftrag gab, das Arpanet. Dieses Netz sollte auch dann noch die Kommunikation gewährleisten, wenn wichtige Teile des militärischen Netzverbundes durch gegnerische Angriffe zerstört worden wären. Es stellte sich heraus, dass die Technik sich auch für wissenschaftliche Zwecke sehr gut eignete und zudem eine kostengünstige Alternative zu vielen einzelnen Großrechnern war. Mit Hilfe der US-Regierung wurde das „NSF-Net“ geschaffen, benannt nach der „National Science Foundation“. Es verband fünf Großrechner über Standleitungen zu einem Backbone – das sind Hauptstränge oder Knotenpunkte des Internet, Großrechner, die rund um die Uhr mit Hochgeschwindigkeitsleitungen verbunden sind.

Bald schlossen sich immer mehr Universitäten diesem Netz an. Es ermöglichte einen nationalen Austausch von Forschungsergebnissen und wurde zur Koordination neuer Projekte genutzt. Wissenschaftler weiteten das Forschungsnetz auch auf kleinere Computer aus, die via Modem mit dem Uni-Netzwerk verbunden wurden und die man unter anderem auch zu Hause aufstellen konnte. So wurden E-Mail und Chat für Forschende, Lehrpersonal und Studenten zur Möglichkeit eines schnellen Austausches von Informationen und persönlichen Mitteilungen. Dass die Studenten begannen, eine aktive Rolle zu spielen, hatte für die Entwicklung des Internet bedeutende Folgen.

All diese neuen Netze bildeten zunächst noch kein Internet. Das entstand erst durch die Verbindung der verschiedenen Netzwerke, die jeweils intern völlig verschiedene Netzwerktechniken benutzten. Durch die allgemeine Verwendung der Internet-Protokolle zur Verständigung der Rechner und Netze untereinander (TCP/IP) und die Einrichtung von Gateways (Rechner, die für den problemlosen Datenaustausch zwischen unterschiedlichen Computernetzen sorgen, die zum Internet zusammengeschlossen sind) wurden zunächst das NSF-Net, das Usenet, das Arpanet und andere miteinander verbunden. Das „Netz der Netze“ war geboren. Bis Anfang der 90er Jahre blieb das Internet weitgehend ein Privileg der Wissenschaftler, technisch versierter Studenten und einiger Firmen und Institutionen. Das änderte sich mit der Erfindung des World Wide Web (WWW) und der schnellen Verbreitung des Navigationsprogramms „Mosaic“ seit 1993. Das WWW wuchs in rasanter Geschwindigkeit zum populärsten Internet-Dienst heran und ermöglichte die Nutzung des Internet für jeden, der über einen Computer mit Netzzugang verfügt. Dazu beigetragen hat vor allem die einfache Handhabung des WWW.