Lexikon

Gesundheitsmodernisierungsgesetz

Nach dem Gesundheitsstrukturgesetz (GSG) von 1993, den Neuordnungsgesetzen (NOGs) von 1997 und dem GKV-Gesundheitsreformgesetz von 2000 ist das Gesundheitsmodernisierungsgesetz (GMG) vom 01. Januar 2004 das vierte große Kostendämpfungsgesetz im Gesundheitswesen.

Durch das GMG werden verschiedene Leistungen aus der paritätischen Finanzierung durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer ausgegliedert, d.h., die Beiträge für solche Leistungen müssen vollständig von den Kassenpatienten finanziert werden.

Das Sterbe- und Entbindungsgeld sowie die Leistungen bei Sterilisation fallen ganz aus dem Leistungskatalog. Sehhilfen werden grundsätzlich nur noch für Kinder und Jugendliche sowie schwer sehbeeinträchtigte Versicherte von der Krankenkasse finanziert. Fahrkosten für Taxi- und Mietwagenfahrten werden nur noch in besonderen Fällen (z. B. Behinderung) erstattet. Große Teile der Leistungen beim Zahnersatz müssen von den Versicherten selbst getragen werden. Nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel müssen vom Versicherten selbst gezahlt werden.

Ausnahmen bei diesen Medikamenten gelten für Kinder bis zu zwölf Jahren und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr mit Entwicklungsstörungen (Zuzahlungen müssen nicht entrichtet werden, da Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr generell von Zuzahlungen befreit sind). Zu der Ausnahmeregelung gehören auch schwere Erkrankungen, bei denen das entsprechende Arzneimittel zum Therapiestandard gehört. Bei ärztlicher und zahnärztlicher Behandlung mit Ausnahme von Vorsorgeuntersuchungen muss eine Praxisgebühr von 10 Euro je Quartal geleistet werden. Patienten können die mehrfache Zahlung der Praxisgebühr sparen, wenn sie sich Überweisungen von ihrem Hausarzt für einen Besuch beim Facharzt geben lassen. Gehen Sie ohne Überweisung zum Facharzt, fällt die Praxisgebühr jeweils erneut an. Die Zuzahlung bei Krankenhausbehandlung beträgt 10 Euro je Tag bis maximal 28 Tage. Bei der stationären Vorsorge und Rehabilitation müssen 10 Euro pro Tag zugezahlt werden; bei Anschlussheilbehandlungen für maximal 28 Tage. Für Arznei-, Verbands-, Heil- und Hilfsmitteln beträgt die Zuzahlung 10 Prozent. Die Belastungsobergrenze beträgt 2 Prozent des Bruttoeinkommens, für chronisch Kranke gilt eine Überforderungsklausel von 1 Prozent. Sobald diese Grenzen erreicht werden, sind Versicherte von sämtlichen Zuzahlungen befreit.