Lexikon

Gold

Als Edelmetall ist Gold eine seit über 2000 Jahren bekannte Wertanlage. Gold hat auch eine lange Tradition als Währungsmetall, die ersten Goldmünzen wurden 800 v. Chr. in Kleinasien geprägt. Die begrenzte Verfügbarkeit des Metalls sorgt für Wertstabilität.

Wertstabiliät

Im antiken Rom kostete eine Tunika eine Unze Gold (33,1 Gramm), für den Gegenwert dieser Unze erhält man heutzutage einen Maß- oder teuren Herrenanzug. Dieser Vergleich zeigt, dass Gold eine Wertstabilität hat, wie sie kein anderes Zahlungsmittel oder Edelmetall erreicht. Allerdings gab es auch schwere Verwerfungen, etwa als mit den Beutezügen der Spanier und Portugiesen in Südamerika große Mengen an Gold nach Europa kamen und dort zu einer Geldentwertung führten.

Angebot

Pro Jahr werden derzeit rund 2400 Tonnen frisches Gold aus der Erde geholt. Tendenziell wird diese Fördermenge sich rückläufig entwickeln, auch wenn aufgrund möglicherweise weiter steigender Goldpreise selbst weniger ergiebige Goldminen rentabel betrieben werden können. Hinzu kommen die Mengen, die durch Altgoldrecycling und Goldverkäufe aus Beständen etwa der Notenbanken auf den Markt kommen. Pro Jahr stehen so auf der Angebotsseite rund 3600 Tonnen Gold zur Verfügung.

Nachfrage

Auf der Nachfrageseite dominiert die Schmuckindustrie, die in der Regel rund 2000 Tonnen Gold pro Jahr abnimmt. Vor allem in Indien, mit rund 500 Tonnen pro Jahr größter Importeur des Edelmetalls, wird in Schmuck aus hochreinem 999,9er Gold investiert – als sicheres Anlageprodukt für Krisenzeiten. Weitere Abnehmer sind Goldeinkäufer, die in das Edelmetall investieren, und – wenn auch zu einem eher geringen Anteil – die Industrie (z. B. Elektronikindustrie).

Gold als Geld

Die größten Mengen des geförderten Goldes befindet sich im Besitz von Notenbanken. Hinter diesen Beständen steht die Idee, dass hinter den sich entwickelnden Papierwährungen ein Eintauschrecht in Gold als echte, nicht beliebig reproduzierbare Tauscheinheit besteht. In vielen Ländern entsprach das im Umlauf befindliche Geld einem Bezugsrecht für Gold aus dem Vorrat der Notenbank.

Immer wieder veräußern Notenbanken Gold aus ihren Beständen. Da große Mengen an Verkäufen den Goldkurs massiv einbrechen lassen können (wie die Verkäufe der britischen Notenbank 1999 bis 2002) haben sich die neun Notenbanken Europas inklusive der Europäischen Zentralbank auf ein Abkommen geeinigt, das jedem Staat in den Jahren 2000 bis 2009 gestattet, maximal 500 Tonnen Gold pro Jahr zu verkaufen. Das Goldabkommen wird 2009 neu verhandelt und wahrscheinlich fortgeschrieben.

Goldzertifikate

Bei „Exchange Traded Funds“ handelt es sich um ein Sondervermögen. Ein Emittentenrisiko besteht hier nicht, der Insolvenzverwalter etwa einer pleitegegangenen Herausgeberbank kann auf dieses Vermögen nicht zurückgreifen. Die bekanntesten und größten ETFs sind der „SPDR Gold Trust“ (früherer Name: „Streettracks Gold Trust“) und der „ZKB Gold ETF“ der Züricher Kantonalbank.

Etwas schwerer einzuschätzen ist das Emittentenrisiko bei den „Exchange Traded Commodities“. Grundsätzlich handelt es sich bei den ETCs nicht um Sondervermögen sondern um besonders besicherte Schuldverschreibungen des Emittenden. Auch hier steht hinter dem Wertpapier meist physisches Gold – im Falle einer Insolvenz gehört es jedoch zunächst zur Insolvenzmasse. Die Gläubiger, Besitzer des ETC, haben zwar ein bevorzugtes Anrecht auf die Sachwerte, stehen aber in einer Reihe mit etwa anderen Gläubigern, die anderweitig besicherte Forderungen haben.

Das Risiko ist dann gering, wenn es sich beim Herausgeber um eine Spezialgesellschaft handelt, deren einziger Zweck der Goldhandel ist. Das gilt etwa für die Xetra-Goldanleihe der Deutschen Börse. Herausgeber ist ein Joint Venture mit sieben Partnerbanken, die Deutsche Börse Commodities. Selbst im unwahrscheinlichen Fall eines Zusammenbruchs der Deutschen Börse ist dieses Unternehmen nicht betroffen. Da es keine anderen Verbindlichkeiten außer denen aus dem Goldhandel eingeht, ist das Emittentenrisiko zwar vorhanden, aber sehr gering.

Ähnliches gilt auch für Lyxor, die Edelmetallhandelstochter der Société Genéralé. Hier werden allerdings eine Vielzahl von Produkten herausgegeben. „Vollständig besichert“ kann bei einem Gold-ETC aber auch heißen: Es wird kein physisches Gold hinterlegt. Das Wertpapier bildet den Goldkurs zwar nach, schafft den Wert aber über andere Finanzgeschäfte. „Besichert“ heißt hier, dass die Wertpapiere gegen einen Ausfall versichert sind. Sollte allerdings der Versicherer ausfallen, gibt es auch ein Emittentenrisiko.

Münzen

Lange Zeit war „echtes“ Gold für den Privatanleger vor allem in Form von Münzen interessant, da diese – im Gegensatz zu Barren – bis 1993 von der Mehrwertsteuer befreit waren. Bei Münzen unterscheidet man verschiedene Kategorien.

Im Rahmen der Geldanlage sind „Bullion Coins“ die wichtigsten, Münzen im Gewicht von einer Unze (33,1 Gramm) oder einem Teilwert davon, die in ihrem Land als Zahlungsmittel zugelassen sind. Zur Steuerfreiheit in Deutschland müssen sie eine Auflage von mindestens 50.000 Stück haben, sie werden im Interbankenhandel gehandelt und haben ein vergleichbar geringes Aufgeld (Differenz zwischen reinem Goldwert und Verkaufspreis). Die bekannteste Münze ist der südafrikanische Krügerrand, es folgen der US-amerikanische Eagle, der kanadische Maple Leaf, der österreichische Philharmoniker und der australische Kangoroo.

Kurante Münzen erfüllen nicht die oben genannten Voraussetzungen, werden in abweichenden Gewichten oder in zu geringen Auflagen angeboten. Es gibt kein fixes Aufgeld, und der Erwerb ist nicht steuerfrei.

Zum Dritten gibt es den numismatischen Bereich, Münzprägungen mit unterschiedlichem Goldgehalt. Die Wertentwicklung hängt dabei kaum vom Goldkurs, sondern von einer Vielzahl anderer Faktoren ab.

Barren

Der Aufpreis für Goldbarren sinkt mit zunehmendem Gewicht. Beliebt als kleine Geschenke, aber kaum als Wertanlage sind Fünf- und Zehn-Gramm-Barren, meist verschweißt mit Echtheitszertifikat. Unter Anlegern begehrt sind Barren zwischen 100 Gramm und einem Kilogramm Gewicht, die größten Barren wiegen ca. 12,5 Kilogramm.

Sicher aufbewahren

Wer Gold in physischer Form kauft muss für eine sichere Lagerung sorgen, dadurch entstehen Kosten. Empfehlenswert ist ein Bankschließfach mit entsprechender Versicherung. Zu Hause sollte physisches Gold in einem Tresor liegen und von der Hausratversicherung abgedeckt sein.