Lexikon

GPRS – Global Packet Radio Service

GPRS (Global Packet Radio Service) ist ein Übertragungsdienst des GSM-Mobilfunk-Standards. Im GSM-Standard werden Daten lediglich mit 9,6 kbit/s transportiert, was die Übertragung von elektronischer Post oder gar Dokumenten per Handy zu einer langwierigen Angelegenheit macht. Seit Anfang 2001 bieten die vier deutschen Mobilnetzbetreiber mit GPRS eine Art „Turbo“ für GSM.

Der Anfang des mobilen Internets mit dem Handy war eine Qual. Schließlich wurden die Mobilfunkstandards auf die Übertragung von Sprache ausgerichtet. Doch während beim Versenden von SMS die Geschwindigkeit keine Rolle spielt, so erfordert mobiles Internet ganz andere Übertragungsgeschwindigkeiten.

Mit GPRS werden Daten in Pakete zerlegt und diese einzeln versendet – eine Methode, die etwa auch im Internet zum Einsatz kommt. So muss nicht ständig ein Kanal, eine Leitung zwischen Handy und Basisstation, offengehalten werden. Im Gegenteil: GPRS nutzt mehrere Kanäle gleichzeitig, so dass bis zu 53,4 kbit/s möglich sind (per ISDN sind im Festnetz 64 kbit/s möglich). Die tatsächliche Übertragungsrate hängt vom Ausbau der Netze durch den jeweiligen Betreiber ab und von der Belastung des Netzes – je mehr Kunden in derselben Funkzelle Daten übertragen wollen, desto langsamer wird die Verbindung.

Trotz der Optimierung von Internetseiten für mobile Endgeräte ist einfaches GPRS vor allem für das Lesen von Text-E-Mails ausreichend, schon das Betrachten von Anhängen oder beigefügten Bildern ist allerdings zeitaufwendig.

Um GPRS attraktiver zu machen, wurde die Technik durch eine „Enhanced Data Rates for GSM Evolution“ (EDGE) genannte Erweiterung beschleunigt. Mit EDGE sind Datenraten bis rechnerische 220 kbit/s möglich. Auch hier gilt aber, dass dies der theoretisch maximal mögliche Wert ist.

Auf Anbieterseite unterstützen die GSM-Netze von T-Mobile, Vodafone und O2 EDGE, E-Plus bietet den Beschleuniger nicht an (Stand: August 2009).

Auch bei der Auswahl des Endgeräts ist darauf zu achten, ob dieses EDGE unterstützt – der alleinige Hinweis auf GPRS genügt nicht.

Als Übertragungsstandard für mobile anspruchsvollere Datendienste oder als Alternative zum Festnetz steht inzwischen UMTS zur Verfügung. Der „alte“ Standard GPRS/EDGE wird allerdings parallel dazu weiterbetrieben und ist eine gute Alternative für die, die nur selten das Internet per Handy nutzen wollen. Hinzu kommt, dass in ländlichen Regionen keine UMTS-Netze ausgebaut werden und dort meist nur GPRS/EDGE verfügbar ist.

Der Vergleich der Datenübertragungsraten zeigt, welche Beschleunigung durch EDGE möglich ist. Allerdings: Selbst „einfaches“ UMTS ist wesentlich schneller.