Lexikon

Haushaltsnahe Dienstleistung

Haushaltsnahe Dienstleistungen sind steuerlich absetzbar. Damit erfahren diese Dienstleistungen eine Steuervergünstigung bei der Einkommensteuer.

Vorraussetzung für die Steuervergünstigung ist jedoch, dass es sich tatsächlich um eine Dienstleistung handelt. Das heißt, dass der erbrachte „Dienst“ nichts mit der Produktion eines Gutes zu tun hat und normalerweise nicht von einem Fachmann ausgeführt wird.

Besonderheiten

Bei der Beurteilung, ob diese Dienstleistung von einem Fachmann ausgeführt werden muss, kommt es keineswegs auf Ihre individuellen Fertigkeiten an. Das Finanzamt schafft für solche Fälle einen Vergleichshaushalt und geht so stillschweigend davon aus, dass Sie als Laie selbst nicht in der Lage sind einen Teppich zu verlegen oder eine Heizung zu installieren.

Absatzfähige Dienstleistungen

Dennoch gibt es handwerkliche Tätigkeiten, die das Finanzamt als haushaltsnah akzeptiert. Dazu gehören kleine Schönheitsreparaturen, wie Tapezieren und Streichen von Decken, Wänden und Böden. Außerdem Ausbesserungsarbeiten, die zur Instandhaltung des Wohnraumes dienen. Auch Babysitting oder Hilfe im Garten kann als Haushaltsnahe Dienstleistung angerechnet werden. Für alle Maßnahmen gibt es einen Höchstbetrag, der im Jahr nicht überschritten werden darf, sonst gilt die Maßnahme nicht mehr als Haushaltsnahe Dienstleistung. Absatzfähig sind lediglich die aufgewandten Löhne. Die gelieferten Waren dagegen sind nicht absatzfähig. All das muss natürlich in Form von Rechnungen belegt werden. Bargeschäfte ohne Rechnung können von den Finanzämtern nicht begünstigt werden.

Grundsätzlich muss die Dienstleistung selbständig erbracht werden. Das heißt, eine Hausangestellte kann per se nicht auch selbständig sein. So können sie den Lohn für den Nachbarsjungen für das Rasenmähen oder den Babysitter als Haushaltsnahe Dienstleistung absetzen, den für ihre Tagesmutter als Angestellte hingegen nicht.

Viele Aufwendungen können somit zwar nicht als Haushaltsnahe Dienstleistung, aber dafür als Betriebsausgaben oder Werbungskosten in der Einkommensteuererklärung angesetzt werden.