Lexikon

Haushaltsscheck

Mit dem Haushaltsscheck werden Minijobs in privaten Haushalten gemeldet. Im Vergleich zu Minijobs in Unternehmen ist dies ein vereinfachtes Verfahren. Generell gelten für Minijobs in private Haushalten andere Regeln.

Ein Haushaltsscheck ist das Formular, mit dem Minijobs in privaten Haushalten angemeldet werden müssen. Den neuen Haushaltsscheck gibt es seit dem 1. April 2003. Er ist nicht zu verwechseln mit dem alten Haushaltsscheck, der von 1997 bis 2001 im Einsatz war.

Die zentrale Meldestelle ist die Bundesknappschaft mit ihrer Minijob-Zentrale.

Das Zweite Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt ist im Rahmen der „Hartz-Maßnahmen“ umgesetzt worden. Damit soll das Entstehen von Arbeitslosigkeit verhindert und der Abbau der Arbeitslosigkeit nachhaltig unterstützt werden.

Pauschalabgabe

Die Pauschalabgabe beträgt insgesamt 12 Prozent des Entgelt, das wie bei allen Minijobs 400 Euro im Monat nicht überschreiten darf. Wird mehr gearbeitet, steigen die Abgaben auf 25 Prozent. Darin enthalten sind die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, der gesetzlichen Krankenkasse und ein marginaler Anteil Steuern.
Die bisher geltende 15 Stunden-Regel entfällt.

Der Rentenversicherungsbeitrag ist immer fällig. Das bringt dem Minijobber einen höheren Rentenanspruch, vor allem aber kann so der Anspruch auf Erwerbsminderungsrente und Rehabilitation erhalten werden und eventuell können so rentenrechtliche Wartezeiten aufgefüllt werden. Der Krankenkassenbeitrag entfällt für Minijobber, die nicht versicherungspflichtig sind, wie etwa Beamte oder Selbstständige. Statt der pauschalierten Lohnsteuer kann auch über Steuerkarte abgerechnet werden, wenn der Minijobber das Jahr über unter den Freibeträgen bleibt. Das verursacht dem Arbeitgeber aber zusätzlichen Verwaltungsaufwand.

Bedingung

Voraussetzung für den Minijob im privaten Haushalt und das Haushaltsscheckverfahren ist allerdings, dass vom Minijobber Tätigkeiten ausgeübt werden, die normalerweise von Haushaltsmitgliedern erledigt werden. Man spricht von haushaltsnahen Dienstleistungen. Ein Privatsekretär oder den Nachhilfelehrer für die Kinder können so nicht abgerechnet werden.

Meldung

Mit dem Haushaltsscheck werden folgende Daten gemeldet:

  • Betriebsnummer, wenn schon vorhanden
  • Name und Anschrift des Arbeitgebers, seine Steuernummer, seine Betriebsnummer (wenn noch keine vorhanden ist, vergibt die Knappschaft eine) und die Unterschrift
  • Name und Anschrift des Arbeitnehmers, seine Sozialversicherungsnummer und die Unterschrift
  • Geburtsort und Geburtsname des Arbeitnehmers
  • Dauer der Beschäftigung
  • Entgelt für die Beschäftigung
  • Bankverbindung und Einzugsermächtigung des Arbeitgebers mit Unterschrift

Außerdem müssen angekreuzt werden, ob die Pauschsteuer gezahlt wird, der Arbeitnehmer mehrfach beschäftigt ist, ob der Beschäftigte bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert ist und ob der Arbeitnehmer auf die Rentenversicherungsfreiheit verzichtet, soll heißen ob er den Rentenversicherungsbeitrag seinerseits aufstocken möchte.

Wer jemanden in seinem Haushalt beschäftigt, muss ihn bei der gesetzlichen Unfallversicherung anmelden. Die Beiträge für die gesetzliche Unfallversicherung für Haushaltshilfen halten sich in Grenzen. Die gesetzliche Unfallkasse trägt sämtliche Kosten der Behandlung und auch mögliche Rentenzahlungen. Dieses Risiko müsste der Arbeitgeber sonst allein tragen, abgesehen davon, dass ein Bußgeld droht, wenn die Beschäftigten im Haushalt nicht angemeldet sind. Dabei muss noch nicht einmal der Namen des Beschäftigten genannt werden. Es wird lediglich Art und Umfang der Tätigkeit gemeldet. Zuständig sind meist die kommunalen Unfallkassen des jeweiligen Bundeslandes. Die zuständige Unfallkasse kann erfragt werden:

Steuervorteil

Wer Haushaltshilfen oder Kinderfrauen anmeldet, wird zusätzlich steuerlich entlastet. Und zwar auf drei Wegen: Wer in seinem Haushalt einen Minijobber beschäftigt, darf die Kosten von seiner Steuerschuld abziehen. Wer in seinem Haushalt jemanden sozialversicherungspflichtig beschäftigt, nicht auf Basis eines Minijobs, kann mehr Steuern sparen. Diese Variante ist auch unter der Bezeichnung „Dienstmädchenprivileg“ bekannt. Es können so mehr Kosten bei der Steuererklärung abgezogen werden. Es geht tatsächlich um das Abziehen von der Steuerschuld, was deutlich mehr bringt als das so genannte Absetzen von der Steuer.

Kontakt

Minijob-Zentrale

45115 Essen

Hotline: 01801 – 200 504 (zum Ortstarif aus dem Festnetz der Deutschen Telekom)

Erreichbar: Mo – Fr 7.00h – 19.00h

Fax 0201 – 384 97 97 97

Internet: www.minijob-zentrale.de