Lexikon

Hunde und Frösche

Die Betreiber eines Tierschutzheims, das in einem überwiegend für Wohnzwecke bestimmten Gebiet liegt, hatten vor Gericht keine Chance gegen den Einspruch eines Nachbarn. Der fühlte sich durch das nächtliche Hundegebell belästigt. Amtliche Messungen ergaben, dass die Lautstärke des Gebells über dem zulässigen Wert lag. Da die Hunde nicht davon zu „überzeugen“ sein dürften, nachts leiser zu bellen, müssen sie entweder ein neues Domizil erhalten, oder die Lärmbelästigung muss durch entsprechende Dämm-Maßnahmen vermindert werden.

Anders urteilte der Bundesgerichtshof bei einer Beschwerde über nächtliche Ruhestörung durch das Quaken von Fröschen. Ein Gartenteichbesitzer hatte – unabsichtlich – mit seinem Biotop Frösche angelockt, die zu den gefährdeten Arten zählen. Sofern die Naturschutzbehörde einem Umsetzen der seltenen Froscharten in andere Teiche aus Naturschutzgründen nicht zustimmt, geht der Naturschutz vor. Das Nachbarrecht auf Ruhe steht dann hinten an.