Lexikon

Internet-Protokolle

Damit unterschiedliche Computer miteinander Daten austauschen können, gibt es allgemein gültige Regeln für die Datenübertragung, die in den Internet-Protokollen festgehalten sind. Jeder Internet-Dienst wird nach einem eigenen Übertragungsprotokoll abgewickelt, zum Beispiel

  • E-Mail = Simple-Mail-Transfer-Protocol (SMTP) und Post-Office-Protocol (POP): Beide Protokolle regeln das Abholen und Absenden von E-Mails über einen Postserver. Internet Message Access Protocol (IMAP): Nach diesem Protokoll werden die Mails auf dem Postserver belassen und nur nach Aufforderung auf den Rechner des Nutzers heruntergeladen, was dann sinnvoll ist, wenn von verschiedenen Computern aus auf das Postfach zugegriffen werden soll.
  • WWW = Hyper-Text-Transfer-Protocol (HTTP) und Hyper-Text-Transfer-Protocol-Secure (HTTPS)
  • Datenübertragung = File-Transfer-Protocol (FTP)

Auf der Hardware-Seite ist das Transmission Control Protocol / Internet Protocol (TCP/IP) dafür zuständig, dass die Pakete den Weg zur Zieladresse finden und die schnellste Strecke wählen. TCP/IP ist das Standard-Internet-Protokoll. Es bietet die Möglichkeit zu Fehlerkorrektur und Routensteuerung. Dabei legt das Internet-Protokoll die Übertragungsroute für die Datenpakete fest. Das Teilprotokoll TCP stellt sicher, dass die gesamten gesendeten Bytes korrekt empfangen werden können.

Um dies zu gewährleisten, erhält jeder Computer im Netz eine eindeutige Identität, die IP-Adresse. Diese wird entweder permanent zugewiesen für Geräte, die durchgehend mit dem Netz verbunden sind, oder zeitweise bei der Anmeldung in Internet, etwa durch den Internet-Zugangsprovider an den Computer des Kunden.

Aus den Anfangszeiten des Webs stammt die Version 4 zur Nummerierung der IP-Adressen. Diese Adresse besteht aus 32 Bit, das heißt aus einer 32 Zeichen langen Kombination von Nullen und Einsen:

  • IP-Adresse (32 Bit): 11000000.11010001.00100101.11110000

Jeweils acht Stellen, 8 Bit, werden zusammengefasst und die entsprechende Dezimalzahl zugeordnet:

  • IP-Adresse: 123.255.78.9

Jede Zahl zwischen den Punkten kann einen Wert zwischen 0 und 255 annehmen. Theoretisch sind so etwa 4,3 Milliarden Rechner im Internet eindeutig mit einer Nummer zu benennen – durch ein paar Einschränkungen sind es allerdings praktisch nur 3,7 Milliarden. Das erschien lange Zeit als ausreichend für das Netz.
Der Umstieg auf Ipv6, die sechste IP-Nummern-Konvention steht jetzt bevor. Ein 128 Bit langer Schlüssel bezeichnet dann jeden Rechner (und vielleicht auch jede Kaffeemaschine) im Internet. Es stehen dann 2128 Adressen zur Verfügung – eine unvorstellbar große Zahl. An die Stelle der dezimalen Schreibweise nach dem obigen Schema tritt dann die hexadezimale Schreibweise mit acht durch Doppelpunkte getrennte 16-Bit-Zahlen:

  • IPv6: 1234:567A

Diese IP-Adressen werden vom Domain Name Service (DNS) in Bezeichnungen umgewandelt, die man sich beim Surfen auch merken kann, die „Internetadressen“. So etwa www.zdf.de. Das www ist eigentlich überflüssig, stammt noch aus der Zeit, als bei Adressen angezeigt werden sollte, dass es sich um World-Wide-Web-Angebote handelt. ZDF ist der Domain-Name, .de ist die Top-Level-Domain, die anzeigt, dass das Angebot unter deutscher Flagge läuft. Weitere Top-Level-Domains sind etwa .com, .org für Organisationen, .info für Informationsangebote.